Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

IV. Gynäkologie und Pädiatik. 379 
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gischen Zustandes wird durch die Sectionen erwiesen, Der 
sutfocatorische Tod scheint übrigens häufiger zu seyn, als der 
apoplectische. — Die Therapie der hier besprochenen Krank- 
heit ist nach den verschiedenen Ansichten von Ursache und 
Wesen des Uebels verschieden und soll nach Einigen: resolvi- 
rend und ableitend, mit Berücksichtigung der suppenirien Thy= 
musvergrösserung, nach andern antispasmodisch seyn. Nach 
der jetzt vorliegenden Erfahrung muss der Verf, den entschie- 
denen Ausspruch über Werth und Unwerth dieser oder 
jener Methode einer spätern Zeit überlassen, stimmt aber auf 
jeden Fall Kopp bei, wenn derselbe bei Behandlung des 
Asthma infantile vor stark eingreifendem, stürmischem Verfah= 
ren warnt. Die Krankheit ist eine Entwickelungskrankheit, 
hat als solche ihre bestimmten Phasen und ihren gewissen, an 
innere Evolutionszustände gebundenen Verlauf, lässt sich alse 
nie coupiren, nur mässigen|, vielleicht auch, ganz im Entstehen 
behandelt, abkürzen, immer aber nur da von der Kunst glück- 
lich behandeln, wo diese, mit umsichtiger Berücksichtigung 
dieses Entwickelungszustandes , das Asthma nicht als rein topi- 
sches Leiden, sondern im nahen und innigen Zusammenhange 
mit jenen organischen Erregungen anffasst, die nicht an sich 
selbst wirkliche pathologische Erscheinungen sind, sondern dies 
erst durch ihren Excess oder. abnorm erregte Sympathieen wer-= 
den. Diese Ansicht erklärt, warum auch die schon bewährte 
Methode concrete Fälle nicht heilt, warum dagegen andere, 
selbst ernstere olıne Alles, oder bei höchst indifferentem Heilver- 
fahren, glücklich verlaufen und sie wird in glücklich geendig- 
ten Fällen den Arzt vor zu grössem Selbstvertrauen bewahren 
und zu der Frage hinleiten, ob die Genesung wirklich directe 
und nothwendige Wirkung der Mittel gewesen sei, oder ob sie 
nicht vielmehr hervorging aus spontaner Wiederkehr einer Dor- 
malen Erregung und Stimmung der einzelnen Systeme und Or- 
gane mit Ende der Entwickelungsperiode, Kopp empfiehlt als 
Hauptmittel Calomel, in kleinen Gaben lange Zeit fortgegeben 
und dann wieder mehrere Tage ausgesetzt. Nebenmittel sind 
ihm kleine Gaben von Ipecacuanha, von Schwefel, von Aethiops, 
mit Ertr. cicurae und beim Ausbruche allgemeiner Krämpfe 
der Kupfersahmjak als K öchlin’scher Liquor. Ein Exutorium 
auf der Brust muss lange unterhalten werden und Einhalten im 
Zimmer, bei sehr geregelter Diät, wird als heilsam empfohlen. 
Caspari, der eine catarrhalische und krampfhafte Form unter- 
scheidet , verfährt bei ersterer im ersten Stadium antiphlogistisch,. 
Einige Blutegel auf die Brust und Calomel zu 4 Gran täglich, 
bis zum Verbrauch von 12—16 Gran, worauf eine Pause ge- 
macht wird, die man mit Anwendung von Hautreizen auf die 
Brust und hinter die Ohren ausfüllt, fand er am hülfreichsten. 
Vermindert sich die Hefugkeit der Anfälle, so giebt er kleine
	        
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