Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 377 
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achtete, als im ersten. Die Anlage zur Krankheit findet sich 
sowohl bei schwächlichen und magern, als auch bei kräftigen 
und wohlgenährten Kindern, doch schien dem Verf. bei allen 
scrophulöse oder rhachitische Anlage vorzuherrschen, wie auch 
schon Kopp, Caspari und Pagenstecher anmerkten. Der 
Beobachtung von Kopp und Caspari dagegen, dass das 
Uebel vorzüglich bei Kindern von phthisischer Abstammung 
auftreten solle, muss H. auf das Bestimmteste widersprechen, 
da ihm viele Fälle vorgekommen sind, in welchen die Gesund- 
heit der Eltern in dieser Hinsicht ohne allen Verdacht war, 
Auffallend vorherrschend ist aber die Geneigtheit zum Asthma 
bei Knaben, Schon Pagensteeher führt an, dass unter 18 
Fällen 14 Knaben und 4 Mädchen waren und von 16 Kran- 
ken, die H. beobachtete, waren 12 Knaben und nur 4 Mädchen, 
Das Uebel erscheint bald als protopathisches , bald als deutero- 
pathisches Leiden, bald einfach, bald complicirt, zuweilen als 
Nachkrankheit nach andern Uebeln, namentlich nach hydroce- 
phalischen Fiebern, nach Croup und nach öfteren Anfällen von 
Eclampsieen, Als deuteropathisches Uebel hat es H. einige Male 
beim Keuchhusten gesehen, wie es auch Pagenstecher be- 
obachtete, nicht selten auch, wie Kopp und Caspari ange- 
ben, mit Rhachitis, Scropheln und Atrophie verbunden. Wo 
das Uebel sich als protopathisches entwickelt und einige Höhe 
erreicht, führt es fast immer allgemeine Krämpfe und in ihrem 
Gefolge Fieber und eine lange dauernde Schwäche und Abma- 
gerung herbei, doch immer nur als transitorische Nachkrank- 
heiten, Organische Leiden, namentlich der Respirationsorgane 
als Folgeübel des Asthma’s hat H. nie beobachtet, im Gegen-= 
theile hat er die Integrität derselben bei seinen Kranken nach 
überstandenem Leiden immer ganz vollkommen und durch kein 
einziges verdächtiges Zeichen getrübt gefunden, Aeussere Schäd- 
lichkeiten scheinen auf Entstehen des Uebels weniger Einfluss 
zu haben, als eine bis jetzt nach ihrem Wesen noch unbestimmte 
innere Disposition, wenigstens hat H. keine Schädlichkeiten 
auffinden können, die das Uebel hervorgerufen hätten, da er 
es sowohl bei Kindern armer Eltern, als auch wohlhabender 
und höchst sorgsamer, so wie in gesunden, Iuftigen Kinderstu= 
ben und unter höchst genauem, zweckmässigem diätetischem Re- 
gim lebenden getroffen hat. Wo das Uebel secundär auftrat, 
schien es, als wenn es sich unter analogen Bedingungen ent« 
wickele, wie man auch audere Krankheiten, z. B. Schwind- 
sucht nach hitzigen Fiebern und Wochenbetten und Nervenübel 
nach acuten Exanthemen entstehen sieht, wenn durch solche 
Krankheiten die normale Lebenskraft des Organismus erschüt« 
tert und das Normalverhältniss der einzelnen Organe zu einanr 
der aufgehoben ist. — Wie verschieden auch die Ansichten 
über Natur, Ursachen und Behandlung der Krankheit seyn mö-
	        
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