Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

336 1 Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
rung ein, nach der sich Pat. wenn auch angegriffen, sehr er- 
leichtert fühlte, 3 Stunden danach folgte eine noch viel stär- 
kere Ausleerung, die nicht nur ganz kothig war, sondern auch 
viele Stücke ganz verhärteter Faeces enthielt. In der nächsten 
Nacht stellten sich nur noch 2 dünnflüssige, doch etwas fäcu- 
jente Stuhlgänge ein und Morgens abermals ein sehr starker, 
völlig kothiger. Sofort wurde nun der Curplan geändert und 
Pat. erhielt gelinde, eröffnende Mittel, unter deren Anwendung 
ungeheure Massen von Koth abgeführt wurden und die dünn= 
Düssigen Sedes allmählig ganz verschwanden, Dabei verlor 
sich das Fieber ganz, die Zunge wurde rein, der Geschmack 
besser und bald fand sich Appetit ein, 6 Tage stellten sich 
glich im Durchschnitt 2 — 3 sehr fäculente Stuhlentleerungen 
ein, wobei das Allgemeinbefinden sich immer besser gestaltete 
und die Kräfte »ich rasch hoben. Amara beendigten die Cur 
und Pat. fühlte sich bald eben so kräftig wie früher, — Offen- 
bar ging hier, die Diarrhöe. von einem Reize aus, den grosse 
Kothmassen, die sich höchst wahrscheinlich im Coecum und ei- 
nem Theile des. Colon angehäuft hatten, auf die untern Theile 
des Darmkanals ausübten und fortwährend unterhielten , bis die 
Naturheilkraft nicht nur das Uebel, sondern auch die dieses 
nur vermehrende ärztliche Behandlung glücklich überwand und der 
Kunst deutlich zeigte, wie sie die letzte Hand anzulegen hätte, 
um das Uebel ganz zu beseitigen. Der Verf. war übrigens 
wohl von jedem Vorwurlfe. frei, da kein Zeichen die mindeste 
Andeutung über die. Ursache des Uebels gab, die etwa im spä- 
tern. Zeitraume, so. häufigen Blähungen ausgenommen, die 
sonst bei Diarrhöen nicht zugegen sind. .‚Aufflallen musste 
freilich dies Symptom, doch immer nicht so, um dadurch zur 
richtigen Diagnose zu kommen, [Casper’s Wochenschr, f. d. 
ges. Heilk, 13837. Nr. 33.} 
150. Morbus niger Hippocratis; von Dr. Arı® 
in Brünn. ‚Ein 55jähriger Beamter von sehr starkem Baue und 
einer Länge von fast 6 Schuh, von proportionirter Beleibtheit, 
weder dem Zorne, noch dem Trunke ergeben, von immer gu- 
zer Gesichtsfarbe, die nur hier und da etwas Gelbliches zeigte, 
war von je sehr thätig gewesen und hatte sich viele Bewegung 
im Freien gemacht. , Als Jüngling bekam er ein hartnäckiges 
Wechaelfieber, das,einen lang dauernden Fieberkuchen hinter- 
liess; später überstand er die Gelbsucht. Als Mann list er ei- 
nige Mal an Monate lang dauernden Diarrhöen , deren eine die 
Aerzte für luxus cockiacus erklärten, Diese. Diarrhöen hatten 
jedoch immer, wie sich Pat, bestimmt ‚erinnerte, ein vorausge- 
gangenes, nicht näher mehr zu bezeichnendes Unterleibsunwohl- 
Sein erleichtert und gehoben. Im Dec, 1534, bis zu welcher 
Zeit er anscheinend allgemein für sehr gesund gehalten wurde, 
Gel er auf einer Reise, aus dem stürzenden Wagen geschleu- 
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