Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

308 El. Chirurgie und Ophthalmologie, 
nur automatisch sind, und durch den Selbsterhaltungstrieb ge= 
boten werden, 80 muss einerseits alles Zusprechen unnütz, an- 
dererseits aber jedes mechanische Einwirken, gemäss dem Na- 
turgesetze: actioni contraria et aequalis reactio , positiv schäd« 
lich seyn und nur Unruhe und spastische Contractionen der Au- 
genmuskeln vermehren. Das Auge kann unter diesen Umstän- 
den nur allein durch verständige Leitung des Selbsterhaltungs- 
triebes, nicht aber durch mechanische Gewalt einigermassen 8i- 
cher zu Ruhe gebracht werden, was denn auch die meisten 
Augenärzte schon lange, wenn auch nicht ganz, doch wenig- 
stens zum Theil eingesehen haben mögen, indem ‚sie allmählig 
sämmtlichen oder doch den meisten Fixirungsmethoden des Au- 
ges bei der Extraction entsagt und sich auf die eigenen und 
die des Gehülfen über die Lider vorragenden Fingerspitzen, 
ohne dass davon der Bulbus berührt würde, beschränkt haben, 
durch welche Handgriffe auch wirklich das Auge, olmne Druck 
oder andere Beleidigung zu erfahren, bei jedem Versuche einer 
Abweichung von der Sehachse automatisch in letztere zurück 
zu weichen genöthigt wird. Doch ist mit geschickter Finger- 
anlegung bei weitem noch nicht Alles gethan, was zur Siche- 
rung der Ruhe während der ganzen Operation erforderlich ist, 
denn die Bewegungen des Augen werden dadurch zwar be- 
schränkt, doch nicht ganz gehindert und können noch immer in 
den guten Hergang wesentlich störendem Grade vor sich gehen, 
Es dürften daher noch folgende der treuen Beobachtung entnom- 
mene Vorschläge: zu desto sicherer Erreichung des Zwecks ei- 
nige Beherzigung verdienen: a) Man suche die Ruhe des Au- 
ges nicht nur durch die erwähnte Stellung der Finger, sondern 
auch durch die Richtung, in der man die zur Operation nöthigen 
Instrumente führt, zu sichern. Dazır ist es wichtig: «.) das 
Staarmesser beim Hornhautschnitte so anzusetzen, und durch 
die Mitte der vordern Kammer zu leiten und auszustechen, dass 
die Spitze bis zum Ausstiche immer etwas tiefer stehe; als das 
Heft, indem dadurch das Auge automatisch bestimmt wird, sich 
abwärts zu richten, wo es wegen Schmäle des untern Augen- 
lides dem Messer nicht entweichen kann, während es bei ent- 
pegengesetzter Richtung des Instruments leicht unter das viel 
breitere obere Lid flüchtend sich dem Keratome entzieht; ß.) 
man führe die Nadel stets so ins Auge, dass der Rücken; der 
Iris zugewendet sei, um so jede Reizung oder Verletzung der 
[vis mit der Spitze derselben zu verhüten, b) Nächstdem hat 
aber auch das Zeitmaass, in dem man die verschiedenen opera= 
tiven Handgriffe vollzieht, entschiedenen Einfluss auf Sicherung 
der Ruhe des Auges. KEinstich, Wendung und Führung der 
Spitze durch die vordere Kammer müssen schnell vor sich ge- 
hen, weil man, so Jange die Spitze an der Seite des innern 
Augenwinkels aus der. Cornea nicht gedrungen ist, durch jede,
	        
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