Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

270 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
entspricht: das Fett ist überall im Zellgewebe verschwunden. 
Dieser Umstand liess den Verf. im nachstehenden Falle, wo 
Enteritis folliculosa den Tod herbeiführte, den Irrthum in der 
auf Magenerweichung gestellten Diagnose noch vor Eröffnung 
der Bauchhöhle erkennen. Ein halbjähriger Säugling bekam 
am 6. Oct. 1835 Erbrechen, Durchfall und hefügen Durst, 
Einige Tage verflossen ohne ärztliche Hülfe. Es kam Schlum- 
mersucht hinzu, aus der das Kind leicht geweckt werden 
konnte, Das Gesicht hatte den oben beschriebenen Ausdruck, 
Der Puls war auf 140 Schläge beschleunigt, die Temperatur 
ungleich und Backen, Nasenspitze und Ohren kühl, während 
sich der Leib heiss anfühlte. Der Bauch war schlaff, so dass 
man die Haut in grosse Falten zusammenfassen konnte, ohne 
dem Kinde Wimmern auszupressen. Am 10, Tage erfolgte 
der Tod nach Sopor. Schon beim Einschnitte in die Bauch- 
decken sah R. die Unrichtigkeit seiner Diagnose ein, denn es 
erschien eine dicke Fettschicht, wie man sie nie bei den an 
Gastromalacie Gestorbenen antrifft. Der Magen war gesund, 
Die Peritonäalfläche des untern Theils des Dünndarms war röth- 
lich und mit vielen aneinander gereihten, schwarzen, steokna- 
delkopfgrossen Puncten besetzt.. Die solitären Drüsen waren 
in unzählbarer Menge injicirt und ihnen entsprachen die dunk- 
Jen Flecke an der Aussenseite des Darms, die wie in der Cho« 
lera asiatica aussahen; jede Drüse war von einem Kranze in- 
jicirter Gefässchen umgeben. Die Peyerschen Drüsen waren 
weder gewulstet , noch injicirtz der Dickdarm normal. Räumt 
man demnach ein, dass es eine Symptomengruppe giebt, wel« 
che die Vermuthung ‚einer Magenerweichung motivirt, 80 darf 
man sich andererseits nicht verhehlen, dass dieses Uebel viel 
mals im Leben Jlatent ist und erst bei der Section entdeckt wird. 
Zur Vermittelung dieses Widerspruchs machte Cruveilhier 
auf einen Unterschied in der Beschaffenheit der Erweichung 
selbst aufmerksam. Es giebt nach ihm. eine breiartige und 
eine gallertartige Erweichung des Magens. In der erstern ist 
die Schleimhaut in einen Brei verwandelt, der je nach der Farbe 
der Flüssigkeiten im Magen verschieden gefärbt ist, Sitz dieser 
Erweichung ist stets der Fundus ventricule und dehnt er sich 
in seltneren Fällen nach dem Pylorus aus, so geschieht es längs 
des freien Randes der von der Mucosa gebildeten Falten. Ge- 
}Hndes Reiben mit dem Finger reicht hin, die Schleimmembran 
wie weichen Brei wegzuwischen. Im höhero Grade ist die Mu- 
tosa zerstört, so dass die fibröse Membran blossliegt und sich 
durch ihre bläulich-weisse Farbe verräth. Dunkelfarbige Ge- 
fässe schlänzeln sich hin und her. Zuerst werden die Falten 
der Schleimhaut zerstört und weisse handartige, der Länge oder 
Quere nach verlaufende Streifen geben die Stelle, wo jene ge- 
zensen, av. Diese Erweichung ist Product der Zersetzung, eir 
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