Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

UN: Chirurgie und Ophthalmologie, 243 
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überdies bei Vielen, namentlich bei an Jahren vorgerückten 
und decrepiden Personen, hei denen gerade die Extraction am 
häufigsten gemacht wird, dadurch grosses Unheil, dass sie die, 
zewöhnlich einige Stunden nach der Operation beginnende heil- 
same Reaction zur Bildung eines ndhäsiven Processes, in Folge 
dessen die Hornhautwunde verleimt werden soll, geradezu 
hemmen und dadurch Absterben des: Hornhautlappens veranlas- 
sen, Und so kommt es denn oft vor, dass man zwar in den 
ersten Tagen nach der Operation. keine krankhafte Reaction bemerkt 
und der unvorsichtige Operateur bereits im Herzen frohlockt, 
bis er einen oder den andern Tag später bei Abnahme des Ver- 
bandes: und Eröffnung des Auges bemerkt, dass der getrübte 
Hornhautlappen schlaff, etwas umgeschlagen , die Bindehaut ge- 
röthet, anfgelockert und mit Schleim bedeckt und weitere Ent- 
wickelung einer mit Vernichtuug der Function und zum Theil 
auch der Form des Bulbus endigenden Ophthalmie nicht mehr 
zu verhüten ist. Eben so sind auch die mehr oder weniger 
kräftigen Aderlässe, die manche Augenärtzte ohne Noth und 
Unterschied des Falles und bloss im Wahne, um dadurch jeder 
kräftigern Reaction sicher vorzubeugen , gleich nach jeder Staar- 
ausziehung vornehmen, als-vernunft- und erfahrungswidrig zu 
tadelnz ein Mal schon deshalb, weil sie gewöhnlich den Ope- 
rirten beunruhigen und dann, weil sie auch oft den Körper 
namhaft schwächen, den heilsamen, adhäsiven Process. an der 
Cornea verspäten oder selbst hindern, etwaigen cachectischen 
Allgemeinübeln Vorschub leisten und sofort nicht nur zur Ver- 
nichtung des Auges ,. sondern auch mitunter zur Verkürzung des 
Lebens, zumal bei Bejahrten, denen Blutverluste nicht immer 
gleichgültig sind, wesentlich beitragen..  Nachtheilig erweisen 
sich ferner die hier und da regelmässig nach jeder Extraction 
gebrauchten innern antiphlogistischen und besänftigenden Mit- 
tel, denn abgesehen davon, dass sie bei dem ohnehin auf 
strengere Diät herabgesetzten Kranken oft ein für das Auge 
verderbliches Erbrechen hervorrufen, dienen sie nächstdem oft 
nur dazu, den Operirten unruhig zu machen und mehr oder 
minder aufzuregen und so die üblen Folgen, die sie abwehren 
sollten „nur desto gewisser herbeizuführen. 9) Zu den Ursa- 
chen minder günstigen Erfolgs der Extraction gehört auch oft 
zu schnelle Versetzung des Operirten in die gewohnten Lebens- 
verhältnisse, so wie auch endlich frühzeitige Gestattung der 
Augengläser,. Ersteres, weil eben die gewohnten Verhältnisse 
des Kranken oft von der Art sind, dass sie Augenübel begün- 
stigen und sie dies bei Staaroperirten um: so leichter thun -kön- 
nen, als deren Augen ohnehin theils: wegen längerer Entbehrung 
des freien Lichteinflusses, theils wegen Mangels der Linse em- 
Pfindlicher geworden sind, — Allzufrüher Gebrauch von Au- 
gengläsern ist aber nicht zu billigen, weil dadurch die Operir- 
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