Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

170 Il. Chirurgie und Ophihalmologie, 
schiefen Brüchen, muskulösen und gequetschten Gliedern, Un. 
ruhe und Fieber wird Niemaad Radley glauben, dass er ohne 
jene Hülfsmittel auskeomme. Keine Lage erschlafft alle Mus- 
kein zugleich und Niemand kann sich wacheud, viel weniger 
schlafend wochenlang unverrückt erhalten, Immer werden 
Schienen nöthig seyn, um das Glied in normaler Lage und Rich- 
tung und die Bruchflächen in die Reibung verhindernder Berührung 
zu erhalten, so wie um durch mässiyen Druck übermässige Bil- 
dung des Callus zu beschränken, Nur wenn sie nicht ausreichen, 
mögen Maschienen angewendet werden. Betrachtet man Radley’s 
Wundercuren genauer, so wird durch dieselben die eben ausgespro- 
chene Ansicht nur bestätigt. Zuerst führt er von 2 Kranken den 
Bruch der Tibia und von einem den der Fibula an, bei welchen der 
andere ganz gebliebene Knochen natürlich jede Schiene entbehrlich 
machte. ‚Bei einem Schiefbruche 3“ über der Patella war wohl 
die Diagnose nicht richtig, da Pat. schon am 16. Tage aufstand 
und an Krücken umherging. Bei einem 45jährigen Manne 
sollte der Bruch des Schlüsselbeins und rechten Oberschenkels 
in der 5, Woche ganz geheilt seyn und eine schiefe Fractur 
des Unterachenkels schon in der 3. Woche und dergleichen 
mehr, Ein um die Bruchstelle getragenes Pflaster hatte dazu 
beigetragen! Solche Behandlung soll den Process des Callusbil- 
dung beschleunigen. Selbst Radley’s Landsleute sind gegen 
das Verfahren desselben misstrauisch geworden. So zeigte z, 
B. Bryan ein Präparat von einem durch dieses Verfahren 
nicht geheilten Bruche des Schenkelhalses in der medic, Ge- 
sellschaft zu London vor und Dandy eins von einem Bruche 
des Oberschenkels unter dem Halse, an dem sich eine Verkür- 
zung von 2“ und eine Drehung um die Achse vorfanden. — 
2) Einige Bemerkungen über den Querbruch der 
Kniescheibe, Wie bekannt fehlen bei diesem Bruche, so- 
bald die fibröse von den Extensoren ausgehende Membran nicht 
verletzt worden ist, ‚fast alle Zeichen der verletzten Function 
und jede Dislocation des obern Bruchstückes. In der Regel 
reichen dann zweckmässige Lagerung des Gliedes und Ruhe zur 
Heilung hin, ja diese erfolgte sogar zuweilen selbst beim Fort- 
gebrauche der Extremität, wovon dem Verf. ein merkwürdi- 
ges Beispiel vorkam, Ist aber diese Membran zerrissen, 80 
heischt der Fall‘ die sorgfältigste Behandlung.‘ R. bedient sich 
dazu immer des ursprünglich von Alcock empfohlenen Pflaster- 
verbandes. Ein 3 Ellen langes und 1 Zoll breites ,. gewirktes, 
leinenes Band wird mit gutem Heftpflaster bestrichen und wäh- 
rend der extendirte Schenkel an der Ferse gehoben und das 
obere Bruchstück durch die Daumen eines andern Gehülfen in 
Conformation erhalten wird, bogenförmig um die Kniescheibe 
gelegt. Die erste Tour muss dicht am Rande der Bruchstücke, 
besonders ‚des obern schliessen, - alle Gänge genau sich decken 
und 
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