Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

10 X, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
oder durch antiphlogistische Behandlung die ganze Krankheit 
schon auf dieser Stufe gleichsam abgeschnitten, oder durch Ly- 
sis beendigt wird, ohne dass die gewöhnlichen Crisen in regel- 
mässiger Zeitfolge, oder in deutlich erkennbarem Grade 
erfolgen. So geschieht es z. B. oft bei Epidemieen von 8. g., 
galligen Brustentzündungen, wo biliöser Habitus, Mundaus- 
schlag, dick belegte Zunge‘ ete, nach Beseitigung der entzünd- 
lichen Zufälle Entscheidung durch galliges Erbrechen oder Stuhl- 
gang erwarten lassen, dass anstatt dessen in einzelnen Fällen, 
nach einem oder mehreren Aderlässen, mit den entzündlichen 
Erscheinungen zugleich auch die gastrischen verschwinden, wäh- 
rend sie bei andern Individuen zu derselben Zeit und unter den- 
selben Umständen sich ganz ausbilden. Die Erklärung liegt in 
Folgendem: stellt man sich den ganzen Verlauf eines wesent- 
lichen Fiebers als organischen Reductionsprocess vor, durch den 
die in den Geweben der verschiedenen Theile angehäuften, hy- 
peranimalisirten Stoffe, mittels der Regulatoren der plasti- 
schen Existenz , ausgeschieden werden sollen, so muss es wäh- 
rend desselben eine Zeit geben, in der diese Stofle auf ihrem 
Rückwege in die Blutmasse gelangt, aber noch nicht ausgeschie- 
den sind. Geschieht nun diese Reduction sehr stürmisch, ist 
die Masse der reducirten Stoffe sehr gross oder kommen zufäl- 
lize Reizungen dazu, so steigert sich das Fieber zum entzünd- 
Jichen Zustande, wobei die Plasticität im Faserstoffe' des Bluts 
erhöht wird und zugleich die auszuscheidenden Stoffe mit dem- 
selben wahrscheinlich engere Verbindungen eingehen, wie un- 
ter andern die gelbe und grüngelbe Farbe des Serum und Fa- 
serstoffs des abgelassenen Bluts bei entzündlichen Gallenfiebern 
vermuthen lässt. Wird nun unter solchen Umständen durch 
Verminderung der Blutmasse der Entzündungszustand beseitigt, 
so wird zugleich auch ein Theil jener Stoffe unmittelbar ‚ent- 
fernt und dadurch die Ausscheidung des noch übrigen Theils so 
erleichtert , dass es dazu keiner höhern A=strengungen der ge- 
sammten Lebensthätigkeit mehr bedarf, sondern dass sie nun- 
mehr ohne Fieber, oder doch unter grosser Vermindung dessel- 
ben durch die gewöhnlichen Regulatoren des plastischen Pro- 
cesses nach und nach auf merkliche, oder durch die gewöhnli- 
chen Zeichen nicht bemerkbare Weise entladen werden, Der 
Verf. will hier diese Ideen nicht weiter ausführen, auch nicht 
zeigen, warum nicht alle wesentlichen Fieber durch Aderlässe 
unterdrückt werden, ja warum sie in vielen Fällen sogar scha- 
den und Uebergang in typhösen oder chronischen Zustand be- 
günstigen etc. Doch hofft er, dass Jeder, der diese Ansichten 
vorurtheilsfrei und am Krankenbette selbst prüft, Einfachheit, 
Consequenz und practische Brauchbarkeit in ihnen nicht vermis- 
sen und die Antwort auf obize und andere Fragen, die er hier 
übergehen muss, leicht finden wird. Wird ein wesentliches 
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