Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

150 Il. Materia medica und Toxikologie. 
hervorrufen, als die ersten und zuletzt der Durchfall ganz 
schweigt, sprechen laut und am besten für diese Behauptung, 
— Ein zweiter Umstand der gegen die grossen Gaben Calomel 
schüchtern macht, ist die bekannte Wirkung des Quecksilbers 
auf die Speicheldrüsen, Obgleich man oft hört, dass Calomel 
in abführender Gabe gereicht und bei fieberhaft- entzündlichen 
Zufällen auch in kleiner Gabe keinen Speichelfluss errege, so 
widerspricht dem doch zum Theil die tägliche Erfahrung. Im 
Allgemeinen hat der Verf, in der grossen Mehrzahl der Fälle 
wenig oder gar keine Einwirkung auf die Speicheldrüsen bei 
diesen grossen Gaben bemerkt, wenigstens kaum 3 Mal wirk- 
lichen Speichelfluss. Häufiger sind Aphthen auf der Zunge und 
im Mund. Dies Angegriffenwerden der Mundhöhle scheint von 
folgenden Momenten abzuhängen: 1) wenn das Pulver nicht 
gehörig eingehüllt gegeben wird, so dass ein ganz kleiner 
Theil nur am Zahnfleische oder an andern Theilen der Mund- 
höhle hängen bleibt, 2) Wenn das Pulver in eine Oblate ge- 
hörig eingewickelt (was immer der Fall seyn sollte) vom Kran- 
ken vor dem Schlingen zerbissen wird. Nicht selten sind Men- 
schen, die ohne vorheriges Zermalmen mit den Zähnen etwas 
Consistentes nicht schlucken zu können glauben, 3) Wenn das 
Pulver Erbrechen veranlasst und somit ein Theil desselben wie- 
der in die Mundhöhle zurück kommt. In solchen Fällen ent- 
stehen leicht einige Aphthen und es ist sehr nöthig, nach dem 
Erbrechen den Mund sehr sorgsam zu reinigen. - Zugleich ist 
bei Turgescenz nach Oben ein Brechmittel vorzuziehen und 
erst Tags darauf muss man das Calomel folgen lassen, wo dann 
seltener noch Erbrechen erfolgt. 4) Wenn auf eine Gabe gar 
keine Ausleerung eintritt, so können die Speicheldrüsen afficirt wer- 
den. Hier lässt der Verf. am Abende noch eine Zwischenga- 
gabe nehmen oder sucht durch Zunf. Senn, nachzuhelfen, um 
das Quecksilber schnell wieder zu entfernen, 3) Wer früher 
viel Quecksilber genommen und an Speichelflüssen gelitten hat, 
ist leichter der Wiederholung derselben ausgesetzt und nur in 
solchen Fällen beobachtete S. bisweilen eigentlichen Speichel- 
fluss. 6) Das weibliche Geschlecht ist, besonders zur Zeit der 
Periode, mehr der Entstehung von Aphthen ausgesetzt, beson- 
ders wenn sie zugleich 7) scrophulöse Anlage haben, Endlich 
ist 8) die Witterungs- und ‚Krankheitsconstitution auch nicht 
olıne Einfluss auf Entstehung von Aphthen nach grossen Gaben 
Calomel. Der Verf, hat in einem ganzen Vierteljahre zuwei- 
len diese nicht gesehen, in einem folgendem Monate aber nicht 
so selten. So kam namentlich im December 1836 und im März 
1837, wo die Grippe herrschte, leichte aphthöse Entzündung 
des Zahnfleisches oder an der innern Fläche der Mundhöhle 
auffallend häufig vor. Zugleich beobachtete man aber auch 
während dieser Epidemie Aphthen und Stomacace da und dort 
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