Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

{I. Materia medica und Toxikologie. 145 
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serophulöser Ausschlag der Haut und nässender Kopfgrind, die 
Jange jeder Behandlung trotzten, waren endlich gewichen, um 
einem neuern Zufalle Platz zu machen. Nur an den Nasenflügeln 
war noch nässender Ausschlag vorhanden, der scharfe Lymphe ab- 
sonderte, die so ätzend war, dass die von ihm berührten Stel. 
Jen wund und aufgefressen wurden. ’ Dieser neue Zufall, der weit 
mehr Sorge und Qual machte und sich von Allen am, hartnä- 
ckigsten zeigte, war: höchst bedeutende Entzündung beider 
Augen. Seit fast 2 Jahren waren die Augen schon fast ganz 
geschlossen, Die stark geschwollenen Lider bildeten einen nach 
aussen stehenden harten Wulst, die Augen thränten beständig 
und die Lichtscheu war so gross, dass Pat., der grossen 
Schmerzen wegen, die Lider nur sehr unvollkommen, öffnen 
liess, Doch sah man bei der Oeffnung die Conjunctiva geröthet, 
wie auch Sclerotica und selbst Cornea, sie zeigten sich zwsam- 
men entzündet und mit Blut erfüllten Gefässen übersäet. Wo 
die Blutgefässe auf der Hornhaut endigten, sah man neben al- 
ten vernarbten Stellen neue kleine tiefe Geschwüre, So war 
der Zustand ,.als B, Pat. übernahm. Bei Jahre langer Dauer 
des Uebels war zu verschiedenen Zeiten Mancherlei längere oder 
kürzere Zeit, aber immer fruchtlos angewendet worden. Mitunter 
schien es wohl, als ob die Cur gelungen wäre und die Besse- 
rung dauernd seyn würde, doch mit jedem Wechsel von Wind 
und Wetter trat neue Verschlimmerung ein und der alte Stand 
der Dinge kehrte wieder. Mercurialia, Antimonijalia, Baryta, 
Cicuta etc, so wie künstliche Geschwüre, Augensalben, Bäder 
etc, halfen nur vorübergehend. Mehrere Aerzte, die vor dem 
Verf, das Mädchen behandelt hatten, hofften daher, für jetzt 
an der Heilung. verzweifelnd, allein noch von ‚der Pubertät 
gründliche Hülfe. und  trösteten damit die. besorgten Eltern, 
Doch dieser Termin war erst in 2 Jahren zu erwarten und bis 
dahin musste die Entzündung den gänzlichen Verlust beider Au- 
gen bedingt haben. Unter. diesen bösen Umständen, wo die 
bewährtesten Mittel ohne Erfolg blieben und höchstens nur vor» 
übergehende Besserung zu Wege brachten, fiel B. auf die Ent- 
ziehungscur, der er, durch fremde Erfahrung. von der Wirksamkeit 
derselben zur Unterstützung der Mittel belehrt, hier viel vertraute. 
Er verordnete sie mit zweckentsprechenden Antiscrophulosis und 
verfuhr damit, wie folgt: als die schicklichste Nahrung wählte er 
ein Gemisch von Festem und Füssigem, eine Suppe aus Reis oder 
Grütze in Milch gekocht. Die Menge derselben betrug jedes Mal 
einen mässigen Suppenteller und diese wurde täglich 3 Mal, früh 
um 8 Uhr, Mittags um 12 Uhr und Abends um 6 Uhr pünctlich 
gegeben, Alle andern festen Nahrungsmittel wurden streng ver= 
boten und zum Getränk nur reines Brunnenwasser erlaubt. Das 
Krankenzimmer wurde vor jedem grellen Lichtwechsel be- 
Sammarium d. Mediein. 1837. IM. 10
	        
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