Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

114 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
zTaubte die Hebamme, die den Kopf vorliegend fühlte, eine 
gute Voraussage für den Verlauf der Geburt stellen zu kön- 
nen, doch verflossen mehrere Stunden unter anscheinend Kräf- 
tigen Wehen, ohne dass das Geringste im Verlaufe der 
Geburt gefördert wurde, Nachts 1 Uhr wurde G. gerufen. 
Die Wehen waren anscheinend kräftig und andauernd. Die 
äussere Untersuchung liess einen starken Hängebauch wahr- 
nehmen, die Symphysis ossium pubis war sehr gegen den Ho- 
rizont geneigt, das Kreuz eingedrückt und die Schienbeine nach 
vorn gewölbt. Die innere Untersuchung ergab, dass; das Pro- 
montorium leicht zu erreichen war und dass sich bedeutende 
Neigung der Beckenconjugata vorfand, deren Länge von G. auf 
höchstens eine oder 2 Linien über 2} Zoll geschätzt wurde, 
Der Kopf stand auf der linken Seite des kleinen Beckeneingan- 
ges, der geräumigsten Oeffnung im Beckeneingang angedrängt, 
ohne jedoch ausser den Wehen festzustehen. Der Muttermund 
hing schlaff ins kleine Becken hinein, , Auf Verlangen des 
Verfs. wurde noch ein College gerufen, der um 5 Uhr Mor- 
gens ankam. Die Untersuchung ergab demselben die Länge der 
Conjugata des Beckeneingangs als ungefähr 3 Zoll haltend, 
Die Kreissende, der Mann und die Eltern waren gegen den 
Kaiserschnitt und es wurde daher auf Rath des zweiten Arztes 
die Zange anzulegen versucht. Doch sie konnte nicht fassen 
und zu wiederholte Versuche schienen, durch die Empfind- 
lichkeit des Muttermundes „ nicht gerathen, Der einzige Aus- 
weg ohne Kaiserschnitt ein lebendes Kind zur Welt zu fördern 
blieb der Versuch eine Wendung zu machen, Doch theils Em- 
pfindlichkeit des Muttermundes, theils Bildung des Beckens 
machten es unmöglich, die Füsse zu erreichen und es blieb, 
falls das Kind lebte, als Jetztes Mittel nur der Kaiserschnitt 
möglich. Seit mehreren Stunden wollte die Kreissende keine 
Kindesbewegungen mehr gefühlt haben und nur sorpfältige, 
wiederholt angestellte Auscultation verbürgte das noch beste 
hende Leben. Die Einwilligung zum Kaiserschnitte wurde nun 
gegeben und zu dem Ende das Nöthige vorbereitet, dann aber 
nochmals die Auscultation angestelit, um über das Leben des 
Kindes sicher zu seyn. Am 20. Nov. Nachmittags 2 Uhr wurde 
die Operation unter Assistenz zweier Aerzte in der Linea alba 
gemacht. Der Uterus wurde in der Mittellinie des Abdomen 
Gxirt. Nach Einschnitt in den Uterus trat rechte Schulter und 
Arm zuerst vor. Der Kopf folgte etwas langsamer , nach völ- 
liger Entwickelung des Jebendigen, ziemlich starken Kindes aber 
trat plötzlich ein bedeutender Theil der Placenta und Kihäute 
unter starkem Ergusse eines sehr‘ flüssigen, dunkel violetten 
Blutes zwischen die Wundränder, Nach unterbundener und ab- 
geschnittener Nabelschnur wurde die Placenta bis auf ein oder 
2 kleine Fragmente entfernt, so wie ein grosser Theil der Ei- 
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