Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
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diesem Momente verschied die Kranke. Sie ward so schnell 
als möglich auf ein Bett gelegt, und der Kaiserschnitt unter= 
nommen, Er wurde in der Zinca alba gemacht, Bei der Durchs 
schneidung der vordern Wand des Uterus stiess S, auf die Pla« 
centa, welche durchschnitten wurde, Er gelangte nun auf den 
Kopf und entwickelte ihn daher zuerst. Obgleich kaum 10 
Minuten vergangen waren, so war die Frücht doch todty und 
alle Belebungsversuche waren vergeblich. Nach Lösung der 
Placenta contrahirte sich der Uterus sehr lebhaft und um zwei 
Drittheile seines Umfangs. — "Bei der Section zeigte es sich, 
dass die Lungen stark mit Blut angefüllty, ausserdem aber in 
den Säcken der Pleura Wasser befindlich war. 2) Frau B,, 
36 Jahr alt, Mutter mehrerer Kinder, von grossem und star- 
kem Körperbaue, im 4. Monate schwanger, erlitt am 9, Oct, 
V. J, einen Anfall von Schlagfluss mit Lähmung der linken 
Seite des Körpers. Durch Anwendung allgemeiner und örtli- 
cher Blutentziehungen, kühlender Salze, des versüssten Queck- 
silbers und der Arnica wurde das Uebel nach und nach gänze 
lich gehoben; die Sprache und der Gebrauch der gelähmten 
Gliedmassen kehrte wieder, so dass die Kranke zu Weihnach- 
ten als hergestellt betrachtet werden konnte. Durch eine hef= 
tige Erkältung kehrte der Schlagfluss am 14, Febr. v. J. wie= 
der, und endete dies Mal, ungeachtet aller angewandten Mittel, 
das Leben der Frau. In der Absicht, wenigstens noch die 
Frucht durch den Kaiserschnitt zu retten, wartete”S. bis zum 
Verscheiden derselben an ihrem Bette, und nah gleich nach 
dem letzten Athemzuge die Operation vor. Doch obgleich kaum 
3 Minuten bis nach der Entwickelung der Frucht vergangen 
waren, so war dieselbe doch todt. — In beiden Fällen waren 
hoch kurz vor dem Tode der Mutter Bewegungen der Frucht 
bemerkbar, und es ist also gewiss durch den letzten Athemzug 
der Mutter das Leben der Frucht vernichtet worden; wäre da“ 
her die Operation in den letzten Momenten des Lebens voll- 
zogen worden, so würde der Erfolg gewiss günstig gewesen 
seyn, [Med, Zeit. v. Vereine f. Heilk, in Pr. 1837. Nr. 30.1 
60. Zwei Fälle von Kaiserschnitt, nebst Be 
merkungen; von Dr. Gosrrschne in Elmshorn. Ar Un« 
glücklicher Ausgang des Kaiserschnitts, Frau Gr*., 
vom Lande gebürtig, stammte aus einer Familie, “in der sich 
Viele rhachitische Mitglieder fanden und war selbst als Kind 
durch dieses Uebel bis zum 7. Jahre am Gehen behindert. 
Später aber hatte sie sich, bei allmähliger Entwickelung, wohl 
befunden und auch Kräfte genug gewonnen, um die gewöhn- 
lichen Haus - und Feldarbeiten zu verrichten. Seit einem Jahre 
verheirathet hatte die erste Schwangerschaft am 19. Nov. 1534, 
übereinstimmend mit ihrer Rechnung, das normale Ende erreicht. 
Es stellten sich Wehen ein und nach Abfluss der Wasser 
Summarium d. Mediein, 1827. U. ud
	        
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