Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

III. Chirurgie und Ophthalmologie, 103 
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tion des Harns belästigte ihn noch sehr, wogegen eine Sol. 
Kali carbon. ausgezeichnete Dienste Jeistete. Von jetzt schritt 
die Heilung rasch vor und da das Einführen der immer stärkern 
Bougies bis in die Blase fortwährend schwierig blieb, so wur- 
den dieselben nur bis 8} Zoll Länge eingelegt und so befestigt, 
£ass die Verengerung ganz ausgefüllt blieb. Bis zum 13. Tage 
&r Kur hatte Pat, bereits selbst die Fertigkeit erlangt, sich 
eia 3 Linien dickes Bougie einzulegen. Pat, harnte an diesem 
Taze wie ein Gesunder in Zwischenräumen von 4—5 Stunden, 
Da er sich nicht länger in Breslau aufhalten konnte, so ver- 
liess er Letzteres mit dem 16, Tage der Behandlung ; — schein- 
bar hergestellt, wenn er versprochenermassen das Einlegen 
noch geraume Zeit fortsetzt, damit an der kranken Stelle vöt- 
lige Vernarbung erfolge, Ein zweiter Kranker, der ebenfalls 
am Tiipper gelitten, fühlte ein Jahr später, dass sich bei ihm 
das Harnlassen, besonders durch Einwirkung nasskalter Witte- 
rung, verändere. MNoch später trates sogar Urinverhaltungen 
hinzu, die den Kranken veranlassten , sich untersuchen zu las- 
sen. Die Forschungssonde zeigte bei 5} Zoll eine zwar enge, 
doch nur 3 Linien lange Strictur an. Der Verf. hielt den Fall 
für geeigzet, zum ersten Male ein Bougie mit einem Bleiringe 
in die Strictur zu führen. Da diess jedoch bei diesem engen 
Durchmesser nicht möglich war, so suchte er die ersten 8 Ta- 
ge die Verengerung anfangs durch Darmsaiten, dann durch ela- 
stische Bougies zu erweitern und stieg mit letzteren bis zum 
15. Tage mit einem elastischen bauchigten Bougie, das täglich 
2 Mal 2 Stunden eingelegt wurde und einen Durchmesser von 
3 Linien hatte. Den 16, Tag der Behandlung legte H. zum 
ersten Male eines mit einem 1 Zoll breiten und 3 Livien di- 
cken Bleiringe ein und liess es täglich vier Stunden tragen. Die 
Wirkung war über alle Erwartung, denn schon am 2lsten Ta- 
ge der Behandlung konnte H. mit der Forschungssonde von 4 
Linien Durchmesser ungehindert bis in die Blase gelangen, so 
dass Alles Krankhalte resorbirt war. Zur Sicherheit und Nar- 
benbildung wurde jedoch die Behandlung noch fortgesetzt bis 
Pat. 5 Tage später von Breslau abreis’te, Der Verf, hat früs 
her oft Versuche mit Bleibougies gemacht, doch gaben sie nie 
ein gewünschtes Resultat. Immer musste er wieder davon ab- 
stehen, theils weil sie den Kranken durch ihre Schwere zu 
sehr belästigten, theils aber auch weil sie so leicht brechen 
und man sie deshalb dem Kranken selbst nicht anvertrauen darf, 
Elastische Bougies und Katheter lassen sich beim Anfertigen 
leicht mit einem oder zwei Bleiringen versehen, je nachdem 
eine oder zwei Stricturen zu behandeln sind. Nur muss der 
Ring nicht die Breite über einen Zoll betragen, weil sonst das 
Einführen da, wo die Krümmung der Harnröhre beginnt, sehr 
schwer wird und diess gerade die Stelle ist, wo Verengerun-
	        
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