Full text: (Neueste Folge, Band 6 = 1837, No 17-No 24)

102 Il, Chirurgie und Ophthalmologie, 
Kalk bestehen, Nach dieser Analyse lässt sich hoffen, dass 
durch Gebrauch des künstlichen Carlsbades für Tilgung der vor- 
handenen Steindiathese Viel erreicht werden dürfte, Sollte 
Röpke nicht geheilt bleiben und sich bei ihm ein neuer Bla- 
genstein ausbilden, so wird v. A, weitern Bericht ertheilen, 
Jedenfalls ist der erzählte Fall eine der glänzendsten Leistun-« 
gen der Lithontripsie! [v, Gräüfe's wu. v. Walther’s Journ. d, 
Chir, ın Augenh. Bd. 25. Hft. 3,} . 
50. Zur Behandlung der Harnröhrenstrictu- 
ren; vom Wundarzte Hensst zu Breslau, Der Verf. hat schon 
früher einige Erfahrungen an Kranken mitgetheilt, bei denen 
Strieturen der Harnröhre durch Aetzung mit salpetersaurem Sil- 
ber beseitigt wurden und darauf aufmerksam gemacht, dass die- 
gelben auch eben so sicher durch Compression, wenn diese nur 
dauernd angewendet wird, beseitigt werden können, Zwei 
Fälle aus seiner neuesten Erfahrung, welche die Heilung auf 
diese Art nachweisen, sind folgende; der erste Kranke litt an 
Incontinentia urinae, war 30 Jahre alt und hatte vor unge- 
fähr 12 Jahren an Tripper gelitten, mit dessen Heilung er fast 
ein ganzes Jahr zubrachte, Aus dieser Zeit. schreibt sich das 
allmählige Beginnen seiner jetzigen Krankheit her. Anfangs 
harnte er nur in dünnem Strahle, später erfolgten Urinverhal- 
tungen, die immer durch allgemeine Mittel beseitigt wurden, 
bis endlich seit 5 Jahren der Harn unwillkührlich abfloss. Im 
letzten Jahre der Krankheit gesellte sich noch abnorme Secre- 
tion des Harns dazu, so dass es selbst dem Kranken schien, 
als stehe sie mit dem Genusse an Flüssigkeiten nicht in richtiv 
gem Verhältnisse, denn trotz den dicksten Unterlagen im Bette 
musste doch ein Gefäss unter dasselbe gesetzt werden, um 
die durchtröpfelnde Flüssigkeit aufzufangen, Zuletzt vermied 
Pat. ganz das Bett und brachte, höchst traurig und aufgeregt, 
die Nächte auf einem Stuhle sitzend zu. Als Pat. von einem 
Armenarzte an den Verf, zur Untersuchung gewiesen wurde, 
fand er mit der Forschungssonde bei 7 Zoll eine sehr enge und 
fast 1 Z. lange Verengerung. Nur mit Mühe gelang es, ein 
sehr dünnes Quellbougie einzuführen und diess nach 2 Stunden 
mit einem etwas stärkern zu wechseln. Aber es gelang nicht 
immer sogleich und oft war eine Stunde Zeit nöthig, um wie» 
der den richtigen Weg zu finden, der nach dem Abdruck der 
Sonde fast schneckenförmig war, Endlich mit dem 5. Tage 
der Behändlung brachte der Verf. ein fast 2 Linien dickes 
Bougies durch die Strictur und durch Leitung des Fingers im 
Mastdarm bis in die Blase. Leider störte öfteres Bedürfniss 
zum Harnen diese Anstrengungen, welches regelmässig alle 2 
Stunden geschah und so das Einlegen bei Tage wiederholt 
werden musste, Am 6, Tage konnte Pat. zum ersten Mal des 
Morgens sein Bett trocken verlassen. Nur die abunorme Secre- 
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