Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

IL, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 79 
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ımd Frische des Geistes bewahren, sind die Fälle um 80 auffal- 
lender, wo die Symptome der Lungensucht in Hirnleiden über- oder 
gar in demselben untergehen. Dieser merkwürdige Zustand, den 
Storer (Neue Abhandl, f. pract. Aerzte. XV. 505.) vor eini- 
ger Zeit zur Sprache brachte, ist wohl noch nicht hinreichend ge- 
würdigt, Der Verf. hat versucht, die ihm bekannten Beobach- 
tungen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, nach ihrer verschie- 
denen Bedeutung zu ordnen, Es sind dabei folgende Verhält- 
nisse zu unterscheiden: 1) oft ist überhaupt keine eigentliche 
Tuberkelnphihisis, sondern ein im concreten Falle mitunter kaum 
davon zu unterscheidender chronisch - entzündlicher Zustand der 
Respirationsmembranen zugegen, der sich auf die analogen 
Hirnhäute überträgt, Sehr characteristisch ist eine Beobachtung 
Abercrombie’s: eine 30jährige Frau litt mehrere Monate an 
Irritation der Därme, Leibschmerzen, Durchfall und Fieber, 
Dann bekam sie Dyspnöe, Husten mit Eiterauswurf und Hectik, 
wobei die Unterleibsbeschwerden aufhörten; einige Wochen 
später trat Manie mit völligem Freiwerden der Brust ein und 
zuletzt wurde die Frau gesund. Hier waren noch einander Ins 
testinal - Bronchialschleimhaut und Meningen ergriffen. Häufiger 
sieht man diese Metastase bei acuten Entzündungen, Löwen- 
hard erzählt mehrere. Beispiele von Brustentzündungen, die in 
acute Manie (unstreitig Meningitis) übergingen. Kin graciher, 
erethischer, junger Mann, den H. an sehr heftiger und hart- 
näckiger Pleuropneumonie behandelte , wurde plötzlich von phre- 
nitischem Delirium ergriffen. Während er unmittelbar vorher 
wegen heftiger Stiche und Beklemmungen mit leiser, abgebro- 
chener Stimme kaum einzelne Worte hervorstöhnen konnte, 
tobte, schwatzte, lachte und schrie er jezt 6 Stunden lang im 
einem Aıhem, wie man es kaum der gesundesten Lunge zuge- 
traut hätte. Auf Blutegel, Eisumschläge und starke Gaben 
Glaubersalz wurde nach der genannten Zeit der Kopf frei, der 
Athem aber wieder beengt und erst nach mehreren Wochen 
erfolgte Genesung, 2) Nicht selten werden Phthisiker durch 
mit ihrem Brüstübel in gar keinem Zusammenhange stehende 
Ursachen von einem Hirnleiden ergriffen, da Lungentuberkeln 
ja keine Immunität vor andern Krankheiten verleihen. Nament« 
lich ist Manie hierher zu rechnen, deren öfterer Auftritt beim 
erethischen Gemüthszustande und vorwaltender Arteriellität der 
Phihtisiker nicht auffallen kann. Dass während der Manie die 
Brustbeschwerden cessiren, nachher aber mit vermehrter Kraft 
wieder hervortreten, bedarf weder einer Erklärung, noch be- 
stätigender Erfahrungen, da jeder Arzt Achnliches gesehen. hat: 
doch kann unter günstigen Umständen durch eine solche heroi- 
sche Revulsion der Erweichungsprocess der Tuberkeln » also 
eigentliche Lungensucht, bleibend gehemmt werden und Pat, 
nach Heilung der Manie sich ziemlich wohl belinden. Das
	        
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