Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

If, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 77 
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logische und anatomische Individualisiren der Nervenfasern; er- 
steres nach Bell, letzteres neuerdings durch Ehrenberg und 
Remak. Weniger gelang es bisher, die Functionen der ein- 
zelnen Hirngebilde zu individvalisiren, | Abgesehen von Gall’s 
Organenlehre, so sind die zahlreichen Vivisectionen von F lo u- 
rens, Rolando, Hertwig u, A, gewiss höchst wichtig, 
aber ihre Resultate haben die beim menschlichen Organismus 
einzig anwendbare Probe: St örung bestimmter Functio- 
nen beim Erkranken einzelner Hirnpartieen durch- 
aus nicht bestanden und Einführung derselben in die Diagnostik 
durch Bouillaud, Serres, Stokes u. A, ist jedenfalls vor« 
zeitig gewesen. Vorsichtige Physiologen räumen diess unbe= 
denklich ein; die von Burdach aus 1117 Fällen abstrahirten 
35 Tabellen über das Verhältniss der Symptome und des Leis 
chenbefundes sind ein fortlaufender Commentar über völlige In- 
cohärenz beider, und unter den neuesten Pathologen weist beson- 
ders Andral durch zahlreiche .Krankengeschichten, so wie 
durch numerische Zusammenstellung mit fremden Erfahrungen 
unwiderleglich nach, dass bei Affection jedes einzelnen Hirnge« 
bildes die mannigfachsten Störungen der Intelligenz, der Sin- 
nes= und Muskelthätigkeit, der Sprache und des vegetativen 
Lebens sich finden, oder auch fehlen können, Diese Lücke 
unserer Erkenntniss ist, vom Standpuncte der practischen Me- 
Jicin betrachtet, {freilich für die Diagnostik schmerzlicher, als für 
die Therapie, da wir gleichartige Affection im Corpus callosum 
kaum anders als in den Vierhügeln, oder im Cerebellum behan- 
deln‘ würden, Weit empfindlicher ist es aber, was sich nach 
Burdach und Andral ergiebt, dass die specifisch verschier 
denartigsten Hirnaffectionen: Congestion und Entzündung, Was« 
serergiessung und Eiterung, Hämorrhagie und Erweichung, die 
nothwendig verschieden, oft selbst entgegengesetzt behandelt 
seyn wollen, durch keine prägnanten pathognemischen Zeichen 
zu unterscheiden sind, so dass man sich, wo die antiphlogisti- 
sche Meihode aufhört, der oberflächlichsten symptomatischen 
Behandlung hingeben muss. Oder soll man sich damit beruhi- 
gen, dass alle jene Vorgänge auf Entzündung oder entzündungs- 
ähnlichen Zuständen beruhen, also alle mehr oder weniger 
ähnlicher Behandlung bedürfen? Wirklich sind z. B. Hirnent- 
zündung und Schlagfluss, die bei den Alten himmelweit aus- 
einander standen, jetzt so nahe zusammengerückt, dass sie oft 
weder nach den Symptomen, noch durch Leichenbefund , noch 
selbst begrifflich unterschieden werden können. Leider aber 
giebt die Behandlung der Hirnkrankheiten keine so glänzenden 
Resultate, um in Blutentleerungen , Kälte und Ableitungsmitteln 
die Sacra anchora anerkennen zu dürfen. Diese Mittel könn- 
ten nicht ein Mal als solche gelten, selbst wenn jene Vehel ins- 
5esammt entzündlichen Ursprungs wären, Wie kümmerlich
	        
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