Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

il. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 7i 
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kräftig, hart. Die Verordnung bestand in einem Aderlasse von 
10 Unzen, 12 blutigen Schröpfköpfen an die Wirbelsäule, 
Mixt. olcos., Nitr. Emuls. amygd. und Calom. Die darauf 
folgende Erleichterung währte die Nacht durch. Am 25, nöthigte 
hefüge Verschlimmerung derselben Symptome den Aderlass zu 
wiederholen und 30° Blutegel anzulegen, worauf Pat. durch 
einige Stunden schlief, Beim Nachmittagsbesuche veranlasste 
grosse Empfindlichkeit der Wirbelsäule und die Symptome in 
Brust und Unterleibe, dass 153 Blutegel angesetzt wurden. 
Nach 9 Uhr Abends traten aufsteigende Hitze, Beängstigung, 
Ohrensausen und endlich Bewusstlosigkeit mit Blässe des Ge- 
sichts und Kälte der Extremitäten auf, Während des Aderlas- 
ses von 8 Unzen kam Pat. zu sich und empfand hefüge Zu- 
ckungen und durchschiessende Schmerzen in den Gliedern. Um 
Mitternacht wiederholte sich ein geringer Anfall. Am 26. klagte 
Pat. über Schmerzen, welche Brust, Unterleib und die trügen 
Glieder durchschossen, das Fieber war mässig, der Pyls härt- 
lich, 120 und nach bisheriger Anhaltung des Stulls waren 3 Stahl- 
gänge erfolgt. Es wurden 10 Schröpfköpfe an die Wirbelsäule 
geseizt und die graue Quecksilbersalbe eingericben, Die heftige 
Abendexacerbation forderte, dass 8 Unzen Blut gelassen und 
10 Blutegel gesetzt wurden, Das gelassene Blut hatte nur das 
erste Mal Anflug von Speckhaut, später zeigte es einen wei- 
chen Kuchen mit vielem Serum. Am 27. erfolgten reichliche 
Schweisse und der Urin setzte Bodensatz ab, und nachdem man 
noch 12 Blutegel anlegte, waren Tags darauf die Beschwerden, 
bis auf grosse Schwere und Einschlafen der Füsse ganz geho- 
ben. Man legte 2 Vesicatorstreilen an beide Seiten der Len- 
denwirbel, setzte wegen Spuren der Salivation die Mercurialia 
aus und beförderte die Krisen und die Aufsaugung, durch Zuf; 
diyit, c. Liq. terr. fol. tartı und Roob. Samb., Die gleichmäs- 
sige Abnahme der Krankheit störte nur vorübergehende Stran- 
gurie ex Vesicanie. Am 2, April war Pat. obne Arznei und 
am 18, wurde sie geheilt entlassen. — 2) Myelitis rheuma- 
iica. Aus der Privatpraxis des Verfs. Maria G., 19 Jahre 
alt, von sensibler, scrophulöser Constitution, wurde von Hl. 
durch 2 Jahre au recidiver Keratilis scrophulosa glücklich be- 
handelt. Seit einem Jahre klagte sie über Rheumatismen, be- 
sonders des linken Knies, wogegen mancherlei Mittel bei fort- 
dauernder Erkältung , der sie sich in der Küche aussetzen musste, 
nur wenig wirkten. Den 17. Dec. 1835 kam sie zu IL, um 
sich wegen ihres schmerzenden und geschwollenen Knies Rath 
zu holen, Zugleich klagte sie über grosse Oppression und Ste- 
chen auf der Brust, häufigen, trockenen Husten, Frösteln und 
Mattigkeit, welche Symptome sie seit 2 Tagen nach Erkältung 
empfand, H. verordnete ein Dec. emolliens. Abends war das 
Fieber schr exacerbirt. und zugleich das Athemholen schwerer,
	        
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