Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

510 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
man das obere Lid stark in die Höhe und vom Bulbus abzieht 
mit stark gekuöplter Sonde: bis zur Falte dringt und diese durch 
leises Streichen und Aufwärtsschieben ausgleicht. Das Auge 
muss darauf einige Zeit geschlossen und dann kalte Umschläge 
gemacht werden. — In einer Nachschrift führt Dr. Wittcke 
in Weissensee einen Fall der Art an, der solort durch Einfüh- 
ren einer Sonde geheilt wurde und in einer zweiten macht Prof. 
Dr. Blasius darauf aufmerksam, dass Prof. Dr. Prinz in 
Dresden einen Prolapsus conjunctivae bei Thieren erwähne, 
der ein höherer Grad des von Heinsius beschriebenen Zu- 
standes zu seyn scheint und dass er eine Ectopie des Tarsus 
beobachtet habe, die wohl bisweilen der Implicatio conjuncti- 
vae palpebrae superioris zum Grunde liegen dürfe, [Blasius’s 
klinische Zeitschr. Bd, 1. Hft. 3.] 
IY. GYNAEKOLOGIE und PAEDIATRIK,. 
233. Zweierlei Molenschwangerschaft; vom 
Hofphys. Dr. Zuvser in Laxenburg. Eine Frau, 23 Jahr alt, 
zart gebaut, sehr lebhaft, hatte in der zweiten Schwanger- 
schaft viele Beschwerden, welche theils die Verdauungskraft, 
ıtheils‘ das Gemüth betrafen und bei ihrer ersten Schwanger- 
schaft vor zwei Jahren nicht dagewesen waren. Nach starker 
Körperbewegung stellte sich im dritten Monate ein Gebärmut- 
terblutfluss ein, der nach einigen Stunden zwei, unter wehen- 
artigen Schmerzen abgegangene hühnereigrosse Molen begleitete, 
Eine dieser Molen enthielt in einem weissen, feinen Häutchen 
schwarzes, gestocktes Blut eingeschlossen; die andere Mole 
stellte einen Fleischklumpen dar, Vier Tage darauf hörte der 
nun mässige Blutfluss auf und die Frau ward gesund. Diese 
Frau hatte im Einverständnisse mit dem Manne zur Vermeidung 
mehrerer Empfängnisse: beim Coitus gewisse Vorsichten ge- 
braucht, wodurch nichts oder nur sehr wenig von dem Semen 
virile in den Uterus gelangte. Aus solchen Umständen scheint 
sich die Erzeugung der Molen zu erklären, da die Erfahrung 
gezeigt hat, dass unverheirathete, aber dem Genusse mit Vor- 
sicht sich ergebende Erauenzimmer von solchen Gewächsen häu- 
fizer entbunden werden, als naturgemäss lebende Frauen, 
LMHed, Jahrb. d. k, k. österr. Staates. Bıl, 21. St. 1.] 
234. Naevus telangiectoides; vom Dr. Scharr 
zu Gebesee in Thüringen... Bei einem neugebornen Kinde sah 
man schon einige Tage nach der Geburt auf der Nasenwurzel 
einen scharlachrothen Punct, der aber erst im 7. Monate, als 
er sich fast mit jedem Tage vergrösserte und als in seiner Nähe 
sich einize neue erzeugten und der ganze Boden zu einer 
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