Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

Il, Chirurgie und Ophthalmologie 509 
and der Schmerz in der Umgegend sich nicht über die leidende 
Gesichtshälfte ausbreitete. W. beobachtete die Entzündung nur 
am linken, nie am rechten Auge. Der Anfall erschien in der 
Regel in den Stunden des Vormittags, währte unter den hef- 
tigsten Schmerzen 1—7 Stunden und hinterliess , ausser Mattig= 
keit, keine Spur von Krankheit. In der Apyrexie bemerkte 
man am leidenden Auge nichts Entzündliches, Der Typus war 
stets ein quotidianus. Die Heilung dieser Ophıhalmie erfolgte 
durch Chiin zu 2—3 Gran 5—6 Mal in der Apyrexie gege- 
ben. Besonders wirksam war die Verbindung mit +— 1 Gran 
Belladonna. Bei rheumatischer Complication leisteten Vesican- 
tien und der Zusatz von Extr. ‚Aconiti zum Chinin gute Dien- 
ste. Während des Anfalls linderte auf Augenblicke ein in den 
Nacken gelegter Senfteig den heftigsten Schmerz, Brechmittel 
und Opium nützten nichts, [Blasius’s klinische Zeitschr, Bdı Is 
Hft. 2.] 
232. Beobachtung einer noch nicht beschrie- 
benen Krankheit der oberen Augenlider; von Dr. 
Heınsıvs in Cölleda. Das Uebel besteht in Uebereinanderschie- 
bung oder widernatürlicher Faltenbildung und könnte Inversio, 
Implicatio und Complicatio conjunctivae palpebrae superioris 
genannt werden. Die Symptome sind die einer idiopathischen 
oder auch catarrhalischen Augenentzündung: Druck und Schmerz 
in der Mitte des obern Lides, Lichtscheu, Epiphora und Rö- 
thung der. Conjunctiva bulbi, at. glaubt einen fremden Kör» 
per im Auge zu haben und sucht ihn durch Reiben und Strei- 
chen zu entfernen, wodurch aber der Zustand schlimmer wird, 
Zuweilen entstehen diese Zufälle bei starkem Schnupfen, aber 
immer plötzlich. Wird das obere Lid in die Höhe gehoben, so 
findet man meist in der Mitte desselben ein‘ Uebereinanderschie- 
ben, eine transverselle Faltenbildung der Conjünetiva und die 
grösste Röthe. Die Disposition zu diesem Uebel giebt Laxität 
der Conjunctiva, dieselbe mag an sich habituell, bei grossen, 
stark gewölbten Augen und aufgetriebenen Gefässen der Bin- 
dehaut, oder in Folge häufiger Augenentzündungen erworben 
seyn. Ursächliche Momente aber sind fremde unter das Lid 
gekommene Körper, die zum Streichen und Reiben veranlassen; 
auch kann bei heftigem Schnupfen durch solche Manipulationen, 
so wie beim Niesen oder Lachen das Uebel entstehen. Ist 
eine solche Inversion entstanden, so wird Pat. durch den da- 
durch hervorgerufenen Druck veranlasst, das Auge zu streichen 
und zu reiben, wodurch, wenn besonders zugleich das obere 
Lid in die Höhe gehoben wird, die Faltenbildung bisweilen 
beseitigt werden kann. Glückt dies aber nicht und verkennt 
man den Zustand, so tritt Eiterung und Verschwärung der 
Falte und erst nach Zerstörung der letztern Genesung ein, Er«- 
kennt man aber das Uebel, so beseitigt man es leicht, indem
	        
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