Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

508 MN, Chirurgie und Ophthalmologie, 
blass und hatte einige Eimer kalten Wassers, das mit Blut ge« 
fürbt war, um sich her stehen, die Stube schwamm von Was- 
8:;r und Blut, Bei der Untersuchung fand sich eine Wunde, 
die einen kleinen Zoll vom Ortficio ani anfınz , quer über die 
rechte Natis und den Sitzknorren gegen den Trochanter major 
verlief,‘ gegen 8 Zoll lang und mit vielem hervorquellenden 
Fett angefüllt war, sehr weit auseinander klaffte und bis auf 
den Schenkelknerren eindrang. Da W. keine spritzenden Ge= 
füsse in der Wunde wahrnahm, streute er zur Stillung des hers 
vorsickernden Blutes Pulver aus gleichen Theilen Gummi mi- 
mosae und Gummi kino ein, less Eis in Blasen darüber legen 
und gab wegen zu befürchtender kräftiger Reaction eine Mir, 
fure nilrosa cum aqua laurocerasi, stündlich einen Esslöffel 
voll. Die Blutung stand in einigen Minuten, Am andern Mor- 
gen wurde die Wunde von dem geronnenen Blute und den ein- 
gestreuten Pulvern vorsichtig gereinigt, die über 2 Zoll aus ein« 
ander klaffenden Wundränder wurden durch acht blutige Hefte 
vereinigt, diese durch einige Heftpflasterstreifen unterstützt und 
darüber die mit Eis gefüllten Blasen gelegt. Abends musste 
wegen klopfenden, vollen Pulses und Entzündung der Wund« 
ränder Biut gelassen und an dem Umfange der Wunde 20 Stück 
Biutegel gelegt werden, Die beabsichtigte Heilung per primam 
Zntentionem gelang vollkammen, denn der Pat. war in der 3. 
Woche völlig geheilt, |Med. Zeit. vv. Vereine f. Heilk. in 
Pr. 1837. Nr, 27.] 
231. Intermittirende Ophthalmie; von Dr. Wırr- 
CRE zu Weissensee. Bei einer Wechselüeberepidemie kamen 
nicht selten Augenentziündungen als larvirte Wechsellieber vor. 
Oft markirte sich die Entzündung durch vorhergehendes Frösteln 
und besonders durch schwächere, oder stärkere Präcordialangst, 
häufig aber trat sie auch rein örtlich auf, wo danu der inter- 
mittirende Typus das Wesen derselben andeutete. Die Ophthal- 
mie erschien immer unter Symptomen der rheumatischen, mit 
heftigen Schmerzen im Auge und der Umgegend und mit hefti- 
ger Lichtscheu. Die Conjunetiva röthete sich, es entstand in 
ihr das Gefässnetz und die Sclerotica schimmerte rosenroth durch. 
Am quälendsten waren aber immer die bohrenden Schmerzen 
im Grunde der Augenhöhle, die gleichsam den Bulbus heraus- 
zupressen schienen und sich über Jochbein, Oberkiefer, Zähne, 
Stirnbein und nicht selten über das Ohr der leidenden Seite 
verbreiteten. Der characteristische Thränenfluss trat in der Re« 
gel nicht gleich mit den übrigen Symptomen ein, ‘die Nase der 
leidenden Seite blieb trocken und nur gegen Ende‘ des Anfalls 
entstand gleichsam die Crise desselben, eine sehr starke Epi- 
hora, Fand sich der Thränenfluss gleich anfangs vor, so 
konnte man sicher auf rheumatische Complication rechnen. Cha- 
tacteristisch war, dass die Kotzündung nur ein Auge befel 
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