Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

EM. Chirurgie und Ophhalmologie, 
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heit, wovon Lobstein redet, nämlich: gleichzeitige Erschei- 
nung derselben an mehreren Orten und Wiederhervorwuchern 
des krankhaften Gebildes nach der Operation. Vielleicht haben 
aber auch die heftigen Blutungen während der Nachbehandlung 
die Constitution so umgestimmt, dass die etwaige eigenthüm- 
liche Diathese dadurch ganz getilgt wurde, Etwas Aehnliches 
findet man bei Baring. Es verschwanden nämlich 2, nach 
Castration zurückgebliebene, faustdicke, secundäre Markschwäm- 
me der Leistendrüsen vollständig unter einer von der Natur her- 
vorgerufenen, 4—3 Wochen dauernden starken Diarrhöe, Vor 
der Hand lässt sich jedoch darüber nichts Bestimmtes sagen. 
Weber der Natur des Uebels liegt ein dichter Schleier. — In 
einem Briefe vom 11. April d. J. meldet der Verf, , dass bald 
nach Absendung des mitgetheilten Aufsatzes er die Nachricht 
bekommen habe, dass Pat. wieder an Leibschmerzen leide, 
Als er den Kranken besuchte, sah er, dass sich in der linken 
Regio iliaca eine Geschwulst gebildet hatte, die furchtbar 
schmerzte und mit der auch zugleich Schmerzen im Kreuze ver- 
bunden waren. Wiederholte Untersuchung ergab, dass die Ge- 
schwulst steinhart, unbeweglich und höchst empfindlich, doch 
ohne Hautröthung war und bis zur Herzgrube ging. L,. über- 
zeugte sich dadurch, dass noch alter Krankheitsstoff im Körper 
sei und nur auf einer ‘Seite Ablagerung gefunden hatte, Er 
verordnete Blutegel an den After, ein Empl. litharg. comp. 
auf die Geschwulst und innerlich Extr. Tarax. Aqı Lauro- 
cerasi, Tart. tartarı und Rheum in purgirender Dose, so wie 
eine kleine Entziehungscur, worauf die Schmerzen ‘nachliessen 
nnd die Geschwulst nicht grösser, aber etwas weicher wurde, 
[Rust’s Magaz. f. d. ges. Heilk. Bd. 49. Hft. 3.] 
230. Eigenthümliche Verletzung durch Zer- 
brechen eines Badegeschirrs; von Dr. WenDrortk, 
Batall.-Arzt in Sangerhausen, Kin junger Mann von ungefähr 
30 Jahren, von kräftiger und gesunder Körperbeschaffenheit und 
starkem Muskelbaue, badete wegen nächtlicher Pollutionen die 
Geschlechtstheile wöchentlich einige Mal in kaltem Wasser und 
bediente sich hierzu eines Asches von Steingut, welchen er mit 
kaltem Wasser angefüllt auf einen Stuhl stellte und sich mit 
dem Hintern darauf setzte, so dass die Geschlechtistheile in 
kaltem Wasser hingen. Der Badende hatte sich ein Mal zu 
rasch und zu fest auf das Gefäss geseızt, dies zerbrach und die 
scharfe Kante des abgebrochenen Stücks schnitt durch den 
Druck des Körpers bis auf den Knochen ein. Es entstand nun 
eine starke Blutung, die der Pat. durch Wasser, Essig u, 8. 
w. zu stillen suchte, er wurde aber durch den Blutverlust so 
erschöpft, dass ihn eine Ohnmacht anwandelte, Jetzt wurde 
W. herbeigeholt. Der Verwundete sass bis aufs HemJe aus- 
gezogen und mit blutigen Beinen auf einem Stuhle, war Jeichen-
	        
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