Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

498 Il. Chirurgie und Ophthalmologie, 
ganz darnieder liegen würde, sondern dass gleichzeitig auch 
durch den auf die Nachbargebilde überhaupt, besonders aber 
auf den Knochen ausgeübten Druck Destruction derselben in 
Kurzem erfolgen müsse. Baldige Entfernung des Uebels war 
daher. dringend nöthig und man konnte nur noch fragen, ob 
wohl hierzu ohne akiurgischen Eingriff zu gelangen wäre, 
Nun ist aber physiologisch, wie empirisch erwiesen, dass nur 
solche Geschwülste auf dem Wege der Resorption zu entfernen 
sind, die ihre Nahrung aus den Nachbargebilden zichend, mit 
diesen in engerem organischen Zusammenhange stehen. Balg- 
geschwülste aber und Lipome haben ihr eigenes Involucrum, 
von dem sie wie von einer Matrix ihren Bildungsstoff fortwäh- 
rend erhalten und deren Zusammenhang mit den Nachbarthei- 
len mittelst des Lymplhsystems wahrscheinlich nicht stattfindet, 
weshalb auch Aufsaugung durch dasselbe schwer zugegeben 
werden kann und Mittel zu diesem Behufe, sowohl örtiiche 
als allgemeine, keinen sichern Erfolg versprechen, erstere sogar 
im Gegentheile, wo sie durch Druck wirken, leicht durch Er- 
regung einer chronischen Entzündung und Verdichtung des Zell- 
gewebes die doch jedenfalls später nöthige Operation nur er- 
schweren können. Es blieb daher auch hier, wie bei allen 
derartigen Aftergebilden, nur die Entfernung durch Operation 
übrig, deren grosse Schwierigkeit aber bei bedeutender Exten- 
sität des Uebels und tiefem Sitze in der Nähe wichiger Ge- 
bilde nicht zu verkennen war, — Die Operation wurde vom 
G. R. v. Graefe am 12. Dec, 1836 unter der nöthigen As- 
sistenz, wie folgt, vollzogen. Nachdem Pat. sich bequem auf 
einen Tisch gelegt, wurde die Hautdecke über der Geschwulst 
durch einen Längenschnitt von 15 rheinl. Zoll, welcher unge- 
fähr 14 vor und 2 Zoll über dem Zrochanter major begann, 
nach der Aussenseite des Knies herabgespalten und dann die 
als sehnig - fibröse Haut durch ihre weiss schimmernden Fasern 
sich deutlich verrathende Fascia lata in derselben Richtung 
durchschnitten, worauf eine reine Muskellage als unmittelbarste 
Decke des Afterproducts erschien, Auch diese wurde 10 Zoll 
lang eingeschnitten, so zwar, dass die kräftig geführten Schnitte 
dieselbe nur in ihrem Längedurchmesser und nirgends in der 
Queere spalteten. Nun erst lag die eigentliche Geschwulst mit 
ihrer strohgelben Farbe an der Schnittlinie zu Tage und es 
handelte sich jetzt darum, sie im ganzen Umfange {rei zu ma- 
chen, Zu dem Behufe musste sie von den dicht über dieselbe 
hinweglaufenden Muskeln gelöst werden, was schwer war, da 
sie mit denselben an vielen Stellen fester als gewöhnlich zu- 
sammenhing und zum Theil innig verwachsen war, wozu viel- 
leicht die früheren Entzündungen beigetragen haben mochten, 
da Lipome sunst mehr frei im Zellgewebe schweben, Nach- 
dem 80 ein Theil des Rectus femorts, des Musc. Cruralis und 
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