Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

II. Materia medica und Toxikologie, 4853 
ter Laze des Kopfs, in den äussern Gehörgang einfliessen lässt 
(y jund mit einem weichen, in dem Decocte angefeuchteten Bade- 
jmd mit verschliesst und dann nach 10—15 Minuten abflies- 
sen lässt, worauf die Ohrkügelchen äusserlich angelegt werden. 
Diese Manipulation machte dem Verf, jeder Zeit und in allen 
Fällen die Einspritzungen ganz entbehrlich und er gelangte so 
auf kürzerem und sanfterem Wege dazu, den Kranken zu heilen. 
Med. Jahrb. d. k, k. österr, Staates. Bd. 22. Ffe 2.) 
218. Bereitung des Aconitins; von TvaexnuLL. Eine 
beliebige Menge frischer Wurzeln des „Aconitum Napellus wird 
sorgfältig getrocknet und vorsichtig gepülvert, Ein Theil dieses 
Pulvers wird in 2 Theilen starkem Alcohol 7 Tage hindurch bei ge- 
linder Wärme digerirt, noch heiss filtrirt und das Filtrat bei einer 
solchen Temperatur zur Extractconsistenz verdunstet, welche 
gerade hinreicht, um den Alcohol zu verflüchtigen, da bei einer 
höheren das wirksame Princip zerstört wird, Zu dem Extracte 
wird so viel flüssiges Ammonium tropfenweise gesetzt, bis er- 
steres beim Umrühren einen Geruch von Ammonium abgiebt, 
da ein grösserer Ueberschuss von Ammonium das Aconitin zer- 
setzt. Die aus unreinem Aconitin, Extractivstoff und andern 
Stoffen bestehende Masse kann num mit kochendem Alcohol oder 
mit Aether behandelt, um das Aconitin aufzunehmen, oder im 
Gegentheil die in Wasser auflöslichen Substanzen durch wieder- 
holtes Auswaschen mit kleinen Mengen kalten Wassers entfernt 
werden. Bei Befolgung des letzteren Verfahrens bleibt ein 
hellhraunes oder graues Pulver zurück, welches durch nachfol- 
gende Auflösungen in Alcohol zu reinigen ist. Dieses Aconitin 
ist sehr kräftig. Reiner erhält man das Aconitin auf folgende 
Weise: man behandelt das, nach obiger Vorschrift bereitete, 
alcoholische Extract olıne Zusatz von Ammonium, mit so viel 
kalten Wassers, als nöthig ist, das darin lösliche aufzunehmen; 
decantirt die Auflösung und dfiltrirt sie; dem Filtrate wird so 
lange tropfenweise flüssiges Ammonium zugesetzt, als noch ein 
Niederschlag entsteht. Nachdem letzterer sich gesetzt hat, 
nimmt man die darüber stehende Flüssigkeit mit einer Spritze 
weg , trocknet den Niederschlag ohne angewandte Wärme, und 
reinigt ihn entweder durch wiederholtes Waschen mit kaltem 
Wasser, oder, was besser ist, löst ihn in so viel Alcohol, als 
nöthig ist, und giesst die Auflösung in kaltes Wasser. Der 
nun entstehende weisse, sorgfältig zu trocknende Niederschlag 
ist Aconitin im reinsten Zustande, [.4us Turnbul’s Werk: on 
the Medicinal Properties of the Ranunculaceae, 1835. ] 
219. Vergiftung durch Arsenik; von Dr. BRENNER 
Rırrez von FeusacH zu Lambach, N*. kam am 4, April 1836 
Abends berauscht und durch Zorn aufgeregt nach Hause und 
nahm 5 Pillen, wie er sie zum Rattenvertilgen erhalten, die
	        
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