Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

J]. Materia medica und Toxikologie, 475 
Ertr. Bellad. in die Augenbraungegend einreibt, wodurch die 
Wirkung sehr unterstützt werden wird, 2) Gegen Hornhaut- 
flecken. Zuerst werden Blutegel an die innere Fläche des un- 
tern Lides gesetzt, antiphlogistische und abführende Mittel ge- 
geben und ein Haarseil eingerichtet, dann aber um die Sclero- 
tica, etwa 2 Linien von ihrer Vereinigung mit der Cornea, ein 
Kreis so gross gezogen, als zur Umfassung des durchsichtigen 
Theils der Cornea nöthig ist. Auf dies künstliche Geschwür 
wird eine Zeit lang eine Auflösung von salpetersaurem Silber 
(2—6 Gr. auf 1 Unze Wasser) öfters ins Auge gespritzt, auch 
noch alle Abende rothe Präcipitatsalbe auf die Lider gestrichen. 
3). Gegen Albugo. Hier wird im entzündlichen Stadium die 
Resorption besser durch örtliches Blutlassen und wechselnde Ga- 
ben von Calomel und Opium, als durch örtliche Reizmittel er- 
reicht. Nachdem aber die Entzündung gehoben, ist eine starke 
Höllensteinsolution an ihrer Stelle, 4) Gegen Staphylome klei- 
ner Kinder in Folge von Blattern, eiternder Ophthälmie etc, 
Hier empfiehlt R. drei künstliche Geschwüre mittelst Höllen- 
stein anzulegen. 53) Gegen Granulation der Lider, Auswüchse 
der Cornea und Sclerotica, gegen Ectropium, Kncanthis und 
Pterygium. — Dagegen eiferte Jacobs in Dublin sehr gegen 
Anwendung des Hölleneteins bei Flecken und Geschwüren der 
Cornea, indem er unvertilgbare Flecke hervorbringe; dem muss 
aber doch nicht so seyn, denn St. Hilaire sagtey dass nir- 
gends mehr das Argent. nitr. in festeg Form gebraucht würde, 
als im Hötel Dieu zu Paris, wo man’ es gegen copiöse Eite- 
rung, Ophthalmia aegypltiaca, Erweichung der Cornea ge- 
brauche und die besten Resultate davon wahrnehme. Noch 
‚weiter wie Ryall ging Guthrie, Derselbe gebrauchte den 
Höllenstein in Salbenform . unter dem Namen der schwarzen 
Salbe nicht nur gegen chronische, catarrhalische, scrophulöse 
und s. g. purulente Augenlider- Entzündungen mit Granulation 
der Conjunctiva, bei Vasculositäten, Trübungen und Geschwü- 
ren der Hornhaut im Westminster Infirmory zu London, an 
welchem Guthrie Augenarzt ist, sondern auch gegen acute 
Augenentzündungen catarrhalischer und purulenter Art, Entzün- 
dung der Hornhaut etc. Seine Vorschrift ist folgende: Rec. 
Argent. nitr. fus. gr. =. Axung. 3}. Acet. saturn. zit, XV. 
D. Die genannten Substanzen werden in einer Glasschale ge- 
rieben, bis sie sich auf das Genaueste verbunden haben. Der 
Höllenstein muss vorher äusserst fein zerrieben sein, ist dies 
geschehen, so setzt man das Fett hinzu und zuletzt den Blei- 
essig. Ist das Aetzmittel nicht aufs feinste pulverisirt, so wird 
die Salbe Cauterisation der Schleimhaut des Auges veranlassen. 
Von dieser Salbe wird so viel wie ein Nadelknopf bis eine 
halbe Erbse aut einen feinen Holzspatel genommen und unter 
das obere Lid gebracht, worauf man einige leichte Frictionen
	        
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