Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

472 X. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 
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ver, wieder ausgebrochen. KEio Aderlass von 3 Tassenköpfen, 
wober er ohnmächtig wurde, ein warmes Bad und warme Brei- 
umschläge bewirkten eben so wenig einen Nachlass in den Er- 
scheinungen, nur klagte er unmittelbar nach dem Aderlasse we- 
nizer über Leihbschmerzen beim Drucke auf denselben, Am 
nächsten Tage hatte sich das Fieber vermehrt, der Puls schlug 
LO Mal in der Minute, der Leib war aufgetrieben und bei 
der Berührung noch schmerzhafter; deshalb wurden 39 Blut- 
egel gesetzt, welche einen Nachlass in der Schmerzhaftigkeit 
des Leibes bewirkten, ohne die Krankheit aufzuhalten. Da 
noch immer keine Oefinung erfolgt, war, so wurden kalte Ue- 
bergiessungen gemacht, Klystiere von Eiswasser gegeben und 
in Kaltes Wasser getauchte Servietten auf den Unterleib gelegt. 
Die Begiessungen und Umschläge konnte er aber nicht ertra- 
gen, weil ihm dabei ein unerträgliches Gefühl von Beklemmung 
befiel. In der Nacht fing er an, irre zu reden, welches auch 
am Tage fortdauerte, doch war er durch Anreden leicht aus 
seinen Phantasieen zu erwecken und beantwortete dam vers 
nöünftig alle an ihn gerichtete Fragen. Der Leib war aufgetrie- 
bener, der Puls kleiner und ungleicher und an Frequenz häufi- 
ger geworden, Man beschränkte sich auf die äussere An- 
wendung von Quercksilbersalbe und Crotonöly und es wurden 
ihm wieder warme 7 -eiumschläre gemacht, da er die kalten 
vicht ertragen konnte, Es ginm indess mit dem Kranken immer 
schlechter, die Melirien vermehrten sich, die auszebrochenen 
Massen wurden immer übelriechender. In der Nacht vom 1S; 
zu 19, erfolgte der Abgang won Blähungen und nach einem 
Klystier auch Leibesöfnuug  durc.' welche jedoch nur wenig 
Stercora ausgeleert wurden.‘ Das ührige Befinden besserte sich 
aber nicht im Geringsten, Gegen Mittag waren Hände und 
Füsse marmorkalt, die Nase spitz und bald nach 2 Uhr ver- 
schied der Kranke, Bei der Section zeigte sich gleich nach 
Eröffnung der Unterleibshöhle Peritonitis exsudatoria; das Un- 
terleibsfell erschien überall geröthet und zum Theil mit Eiter 
bedeckt, ‚welcher sich reichlich in die gesammte Unterleibshöhle 
ergossen hatte; die dünnen Gedärme lagen auf der rechten Seite 
im Hypochondrium in einem fest verklekten Volvulus verschlun- 
gen, Im Proceser> "ermiforinis fand sich ein Geschwür, wo- 
durch derselbe durchfressen worden; durch dieses Loch war 
ein Körper, der Form nach für einen Kirschkern zu halten, 
nach aussen in die Unterleibshöhle getreten und lag in dersel- 
hun mit Kiter bedeckt. Hierdurch war offenhar die ganze 
Krankheit veran!/asst; daher zuerst unbedeutendes Kranksein, 
weiches sich in demselben Maasse vermehrt hatte, als das Pe- 
vitenäeum In den Kreis entzündlicher Thäuirkeit mit hineingezo= 
pen wurde. Ber Volvnlas war nur ein Apgregat dieser Ent- 
zündung mittelst der dadurch bewirkten Verklebung der Ge-
	        
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