Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

470 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 
bung der Gedärme. = Ueber die Behandlung fügt der Verf, 
nichts hinzu, da sie ohne Kenntniss des wesentlichen Krank- 
heitsgrundes geleitet ward und im Allgemeinen entzündungswi- 
drig war, somit zwar den Character des Uebels traf, die Ur- 
sache aber nicht zu heben vermochte. ‘3) Im Januar d. 3. 1824 
wurde B, zu einer Frau gerufen. Seit 3 Tagen krank, war 
sie von dem Dr. Haseloff behandelt worden. Sie war 28 
Jahr alt und bis zum Eintritt. ihrer Periode beständig gesund 
gewesen, so dass sie die schwersten Arbeiten zu verrichten im 
Stande war. Von dem Eintritt der Menstruation an klagte sie 
öfters über krampfhafte Beschwerden im Unterleibe, die aber 
keinen Einfluss auf ihr Gesammtwohl hatten. Im 22, Jahre 
verheirathete sie ‚sich und wurde Mutter von vier Kindern, 
Während ihrer Ehe hatte sie öfters an schmerzhaften Beschwer- 
den im Unterleibe gelitten, die für Magenkrampf gehalten und 
mit krampfstillenden Mitteln, aber olıne Erfolg, behandelt wur- 
den, bis sich Spuren von Bandwurm zeigten. Sie brauchte des- 
halb die Kuby s s’sche Bandwurmcur, durch welche der Wurm 
auch abgetrieben wurde; es blieb aber nach dem Gebrauche 
der vielen drastischen Purgirmittel eine solche Schwäche des 
Körpers zurück, dass sie von dieser Zeit an ihre häuslichen 
Geschäfte nicht mehr, wie früher, verrichten konnte, Die Un- 
terleibsbeschwerden wurden vermehrt, so dass sich nach jedem 
Diätfehler Magenkrampf einstellte. Von dieser Zeit hatte sie, 
da die Beschwerden bald vorübergingen und bisher keinem 
Mittel gewichen waren, keine ärztliche Hülfe gesucht. Am 6, 
Jan. wurde sie plötzlich von den heftigsten Schmerzen befallen 
und hatte H. rufen lassen. Dieser fand sie im Bette sich win- 
dend und schreiend, mit eingezogenem Unterleibe auf dem Bau- 
che liegend, und mit nach vorn geneigtem Kopfe, fast auf dem- 
selben stehend. Die Extremitäten waren kalt und das bleiche 
Gesicht mit kaltem Schweisse bedeckt. Die heftigsten Schmer- 
zen empfand sie im Kreuze. Der Puls war klein, kramplhaft, 
rücksichtlich seiner Frequenz aber normal, Dieser krampfhafte 
Zustand dauerte bei dem Gebrauche beruhigender Mittel, eröff- 
nender Klystiere und warmer Umschläge mehrere Tage, ob- 
gleich mit einiger Remission, fort; dann aber stellte sich Fieber 
ein, der Unterleib wurde bei der äussern Berührung schmerz- 
haft und mehr aufgetrieben, weshalb ein mehr antiphlogistisches 
Verfahren, das Ansetzen von 16 blutigen ‘Schröpfköpfen auf 
den Unterleib und die Potio nitrosa mit Extractum hyoscyami 
bei beständigen warmen Umschlären angewendet wurde, Der 
Leib war hartnäckig verstopft. Da’sich am nächsten Tage auch 
Erbrechen eingestellt hatte, wurde der Kranken reichlich zur 
Ader gelassen und Blutegel an den Unterleib gesetzt, ohne 
dass dadurch eine deutliche Remission der Krankheit erfolgte. 
Am folgenden Tage wurde auch B. zu der Kranken gerufen.
	        
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