Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

468 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
und Pylorus standen offen, so dass man einen dicken Federkiel 
durchschieben konnte und sie liessen sich durch die Thätigkeit 
der dieselben zirkelförmig umgebenden Muskelfiberır nie ganz 
schliessen, aber auch nicht weiter öffnen. Daher konnte auch 
Pat, nur flüssige oder breiartige Nalırung geniessen und jeder 
etwas grössere Bissen kam, wenn er fest war, nur bis gegen 
die Cardia, von wo aus er bei Unmöglichkeit des Durchgangs 
durch dieselbe wieder mittelst Ructus zurückgestossen wurde, 
Daher trat auch so selten Erbrechen ein, denn peristaltische 
und antiperistaltische Bewegung des Magens war fast ganz auf- 
gehoben und daher konnte Pat. nur eine sehr geringe und ge« 
nau bestimmte Menge von Nahrung zu sich nehmen, denn der 
Magen erlitt weitere Ausdehnung nicht und erst nachdem nach 
immer länger werdenden Zwischenräumen das Genossene lang- 
sam aus dem Magen in das Duodenum gefördert worden war, 
konnte Pat. wieder etwas geniessen, Die Entleerung des Ma- 
gens ping übrigens immer etwas schneller vor sich, wenn Pat, 
auf der rechten Seite lag, Die Falten der innern Magenhäute 
sah man noch deutlich, doch waren sie verhärtet, unbewegHch. 
Das Gefüge der verdickten Magenhäute zeigte sich bei Durch- 
schneidung derselben faserig und so fest, dass das Burchschnei- 
den desselben knirschendes Geräusch erregte, wie wenn‘ man 
einen Knorpel durchschneidet. Die Falte des Pylorus sah man 
deutlich und das Duodenum war nur etwa 1 kleinen Zoll vom 
Magen entlernt, etwas verdickt, Auch der übrige Theil des 
Darmkanals, so wie sämmtliche andere Baucheingeweide wa- 
ren nirgends krankhaft. Die Aftermembran, welche die ge- 
nannten Eingeweide überzogen und mit einander verbunden 
hatte und fest mit ihnen verwachsen war, konnte mit dem 
Messer lospräparirt werden, wobei man eine beiderseitige Ver- 
bindung durch zahlreiche kleine Blutgefässe, die sich von der 
äussern Oberfläche der damit überzogenen Organe in die After- 
haut fortsetzten und darin verzweigten, deutlich bemerkte. 
[Med. Jahrb. d. k. k, österr. Staates, Bıl. 22. St. 3.] 
208. Passio iltaca; von Dr. Bozur in Berlin, Von 
diesem Leiden führt der Verf, 4 Fälle an, deren erster ihn 
selbst betraf. Er bekam nämlich, ohne je an Verstopfung ge- 
Jitten zu haben, im Dec. des Jahres 1834 bei übrigens gerin- 
gem Unwohlsein eine solche Hartleibigkeit, dass alle Mitiel, 
welche er anwandte, dieselbe nicht zu heben im Stande waren. 
Am ersten Tage trank er Bitterwasser, am zweiten nahm er 
eine Portion Wiener Tränkchen, und als er immer kränker 
wurde, namentlich einen beim Druck von aussen zunehmenden 
Schmerz tief im Unterleibe bekommen hatte, verbrauchte er am 
dritten Tage, nach zuvor geschehenem Aderlass, nach und nach 
8 Unzen Ricinus- Oel, einen Scrupel Calomel und 2 Unzea 
Magnesia sulphurica ohne Erfolg, Sein Unwohlsein steigerte
	        
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