Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

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1, Chirurgie und Ophthalmologie, 
nach ihm biegsam und elastisch seyn: ein Holzscheh würde 
ausserdem dies Resultat nicht herbeiführen, wäre der Absatz 
auch noch so hoch. Das Gute und sehr zu Empfehlende dieses 
Verfahrens besteht nicht allein darin, dass die ledernen Schuhe 
mit hohen Absätzen nicht nur Radicalcur bewirken, indem sie 
nämlich den Fuss zu permanenter Krümmung zwingen, sondern 
auch die empfindlichen Theile der Fusssohle dadurch sichern. 
Rognetta heilt den angeborenen Plattfuss durch Schuhe mit 
erhöhtem Absatze und legt beim erworbenen Plattfusse eine 1 
Zoll breite Binde um den Fuss, die in Campherspiritus ge 
taucht und in Hobeltouren vom Kniegelenke bis auf die Mitte 
der‘ Ossa metatarst gewickelt wird. Diese Binde sieht man 
täglich 2 Mal nach und zieht sie fester an, Liston, der den 
Piattfuss aus Exostuse des vord-rn Endes des ersten Metatar-« 
salknochens entstehen lässt, räth, wenn Pflaster aus Mercur 
und Jodine nicht helfen wollen, den Knochenkopf mit schnei- 
denden Zangen wegzunehmen. Mehrmals musste er sogar den 
ganzen Knochen ausschneiden, eine Operation, die nicht schwer 
und gefährlich seya soll, doch muss man dann auch nach Rynd 
die grosse Zehe vorn, als nutzlos, mit fortnehmen. — Viel« 
leicht könnte man auch den Plattfuss für geringen Grad des 
Valgus nehmen, Betrachtet man ihn als solchen, so muss man 
den primitiven und consecutiven Valgus unterscheiden. Erste« 
rer findet sich schon völlig ausgebildet bei der Geburt vor und 
kommt mit Spannen der Muskeln auf. der vordern und äussern 
Scite des Unterschenkels vor, das zunimmt und schmerzhaft wird, 
wenn man den Fuss in die natürliche Stellung zurückzuführen 
sucht, der Fuss selbst aber ist nicht deform. Mit diesem kann 
man also den Plattfuss nicht verwechseln. Der consecutive 
Valgus bildet sich lange nach der Geburt aus und nachdem 
Pat, schon zu gehen begannen hat. Er ist stets mit veränder« 
ter Form des Fusses verbunden, die bald in gleichmässiger 
Krümmung des äussern Randes des Fusses, wobei der inwen- 
dige Rand convex wird, bald in Krümmungen des innern Fuss- 
randes, die sonst dem Varus eigenthümfich ist, besteht,‘ Der 
Pes equinus ist die ursprüngliche Form, die stets dem conse- 
cutiven oder ‚secundären Valgus vorausgeht. Der consecutive 
Valzus erscheint gar oft plötzlich. Er ist mit Strammen der 
Achillessehne, Abmagern der Wadenmuskeln und Zurückgezo« 
gensein des Calcaneus begleitet und zeigt Abweichen des gan- 
zen Fusses nach aussen und häufig zugleich Krümmung des 
äussern Fussrandes, oder wohl gar Abweichen der ganzen Masse 
nach aussen, Es, kann daher nur davon die Rede seyn, Val- 
gus und Plattfuss zu. unterscheiden. Die Unterschiede beider 
sucht Thune durch folgende Zusammenstellung deutlicher zu 
machen: J) beim secundären Valgus ist die Axe des Fusses 
an seinem äussern Rande concay nach aussen, beim Plattfuss
	        
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