Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

JIX, Chirurgie und Ophthalmologie, 439 
einem Finger nicht unter die Fusssohle dringen. Der Gang des 
Plattfüssigen .geschight gewöhnlich mit gebogenen Knieen und 
hat Aehnlichkeit mit einem, der einen Karren schiebt. Er geht 
am meisten auf dem inwendigen Theil der Fusssohle und bil- 
det so den Gegensatz eines Varus, der mit dem äussern Rande 
auftritt. Das Fussgeleuk des sehr ausgebildeten Plattfusses ist 
nicht vollkommen steif, aber die freie Bewegung ist mehr oder 
weniger eingeschränkt, besonders wenn der Fuss ausgestreckt 
werden soll. In den höhern Klassen bemerkt man den Platte 
fuss fast nie, auch sieht man ihn bei Frauenzimmern selten 
oder nie und eben so ist er bei Kindern unter 10 Jahren sehr 
selten, wenn auch Rognetta glaubt, dass er am häufigsten 
angeboren sei. Doch ist es wohl möglich, dass sich schon 
Disposition dazu bei Kindern finden kann, aber ausgebildet 
wird er erst, wenn der Körper sich völlig entwickelt und 80 
das bedeutendste Gewicht erlangt hat. Die reinen Ursachen 
des Vebels zu erforschen, ist schwer. Meist beschuldigen die 
nur an einem Fusse Leidenden mechanische Insultey Stösse und 
Verstauchungen, die an beiden Füssen Leidenden aber wollen 
das, Uebel von klein auf gehabt haben. Was Wesen und Pa- 
ihogenie des Plattfusses anlangt, so kann man, da genaue Be- 
oabachtungen und anatomische Untersuchungen noch fehlen, nur 
Vermuthungen aufstellen, die einzelne Beobachtungen an die 
Hand gaben. Krankheit einzelner Knochen, analog der Ar- 
throkace, scheint nicht sich vorzufinden, wenigstens fehlen die 
„Zeichen, als Geschwulst und Degeneration der betreffenden Li- 
gamente und übrigen weichen Theile, Doch soll das Uebel 
nach Liston von Exostose des entfernten Endes des ersten 
Metatarsalknochens in Folge von Stössen, Rheumatismus, Gicht 
und Scropheln entstehen, die jedoch Froriep als zufällige Com- 
plication mit dem Plattfusse erklärt. Rognetta nimmt den 
angeborenen Plattfuss für mangelnde Ausbildung des :Fersen- 
beins und den erworbenen für Erschlaffung der Bänder der 
Fusswurzelknochen, Nach Thune besteht die Deformität höchst 
wahrscheinlich in Umdrehung des Calcaneus, 80 dass die äus- 
sere Fläche sich dabei etwas nach aufwärts, die innere etwas 
nach innen wendet, Die starke Verbindung zwischen Calca- 
neus, und Astragalus, besonders durch den festen „‚Apparatus 
Ligyamentosus, bedingt ähnliche Veränderung in der letztgevaun- 
ten Stellung dieses Kuochens, sa dass sich auch Letzterer nach 
innen und seine innere Fläche zugleich etwas nach unten, die 
äussere etwas nach aufwärts wendet. Nimmt diese Deformität 
zu, so verbindet sich damit Subluxation zwischen der vorder« 
sten articulirenden Fläche des Caput Tali und der hintersten 
ausgehölten Fläche des Ossis navicularis , indem sich die Tu“ 
berosität desselben weit‘ niedriger als der vorderste Theil des 
Caput Tali; das selbst niedergesunken ist, senkt. Ks ist da-
	        
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