Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

116 IX. Materia medica und Toxikologie, 
Wiederholung der Operation statt des Höllensteins mit gepul- 
vertem, calcinirtem Alaun cauterisirt wurde, und sich M. da- 
bei weit besser befunden hatte, so brachte er nun, als der Na- 
gel wieder gewachsen war, jedes Mal, wenn er das Fleisch 
verletzte, calcinirten Alaun unter denselben, um das Fleisch da- 
mit wegzuätzen. Durch dieses beharrlich fortgesetzte Verfah- 
ren: wurde nach 18—20 Monaten völlige Heilung und eine 
dauerhafte Narbe hervorgerufen. — Der zweite Fall betraf 
einen Studirenden, bei dem das in Rede stehende Mittel sich 
ebenfalls sehr wirksam bewies, [Jahrb, d,. ges. Medic, Bd, 
AF,. Hft. 2. nach: Gazette med, de Paris, 1836. Nr. 52.1] 
191. Plumbum aceticum bei Gastromalacies 
von Dr. SteingecK in Brandenburg. Ein halbjähriges, wohl 
genährtes Kind hatte mit der Zahnperiode Durchfall bekommen, 
den die Eltern nicht beachteten, auch trat von Zeit zu Zeit 
Erbrechen ein. Diese Symptome nahmen endlich so zu, dass 
die Eltern den Verf. um Rath fragten. Er fand das Kind in 
sehr elendem Zustande, den Unterleib, namentlich die Magen- 
gegend, bedeutend aufgetrieben, von Zeit zu Zeit ein Erbrechen 
schleimiger Flüssigkeit und Entleerung grüner Schleimklumpen 
per anum. Der Puls war kaum zu fühlen und, ihn zu zäh- 
len, fast unmöglich. Ausser kühlen Kopfumschlägen versuchte 
St., da er auf Gastromalacie schloss, nach der Reihe die ge- 
rültmtesten Mittel gegen die Krankheit; auch Acidum pyrory- 
ticum. Als das Kind im Sterben zu liegen schien, gab er ver- 
suchsweise das Plumbum aceticum und sah, wider Verhoffen, 
eine so ausgezeichnete Wirkung dieses Mittels, dass nach eini- 
gen Stunden sämmtiliche encephalitische Symptome, das Tieflie- 
gen der blaugeränderten Augen, die Todteunblässe des verzerr- 
ten Gesichts und die Marmorkälte des Körpers verschwunden 
waren, und das Kind spielend im Bette sass; Durchfall und 
Erbrechen hatten aufgehört, und eingeflösste schleimige Sachen 
wurden vertragen, Nach zwei Tagen war das Kind ohne Ne- 
bengebrauch anderer Mittel vollkommen hergestellt, [Med, 
Zeit, v. Vereine f. Heilk, in Pr. 3837. Nr. 21.1] 
192. Ueber die blausäurehaltigen officinel- 
len Wässer und über die officinelle Blausäure 
selbst; von F., Martens, Provisor in Leipzig. Bereits in 
einem früheren Aufsatze (Summar. N. F. Bd. H. Hft. 2. No.38.) 
gab ich in der Aqua hydrocyanica vegetabilis Schraderi ein 
passendes und schnell zu bereitendes Ersatzmittel des officinel- 
len Bittermandelwassers an. Die neuesten von Geiseler (Arch, 
d. Pharm. X. p. 50 — 63) unternommenen Untersuchungen be- 
stätigen abermals, dass man das officinelle Bittermandelwasser 
selten von gleichem Blausäuregehalt in den verschiedenen Apo- 
theken vorfinden kann, denn es haben mehrere Umstände, z.B-
	        
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