Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

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II. Materia medica und Toxikologie, 
seit längerer Zeit, und von vielen Seiten her und besonders in 
der Solution zu Einspritzungen, gegen den Männertripper anze- 
wendet und neuerdigs wieder von Serre (Memoire de Peffi- 
cacite€ des injections avec le nitrate d’argent cristallisE dans 
le traitemens des Ecoulemens anciens et veEcens de Purttre, 
Paris et Montpellier 1835 cf. m. Anzeige in Schmidts Jahrb, 
Bd. X, S. 362) dagegen überaus angepriesen wurde, so kann 
es nicht auffallen, dass man ihn auch gegen das verwandte 
(Leiden der Frauen, gegen den weissen Fluss, in Gebrauch 
zug. Es geschah dies unseres Bedünkens zuerst von Jewel, 
welcher 1829 in Londoner med. Zeitschriften, und das darauf 
folgende Jahr in dem von ihm über Leucorrhöe erschienenen 
Werke berichtete, Dieser sowohl, als später Ricord, wand- 
ten Anfangs meist die Solution, theils zu Injectionen an, theils 
und häufiger brachten sie damit inprägnirte Schwämme in die 
Scheide ein, Indess erwähnt schon Jewel einiger Fälle, wo 
er den Höllenstein in Substanz benutzte, so wie auch Ricord 
(Nouveau traitement de la blennorrhoe chez la femme; Bul- 
letin de‘ Therap. Juin 1833.) sein Verfahren dahin abänderte, 
dass er geradezu ätzte, In dem May-Hefte der London. med. 
Gazette von 1837 tritt nur Alex, J. Hannay auf (On the 
application of solid nitras argenti. in the gonorrhoea of wo- 
men), um uns, ohne eines seiner Vorgänger zu erwähnen, die 
"Anwendung des Aetzsteins in Substanz anzurühmen. Hannay 
befestigt einen Stift des Steins in einer Federspule, aus wel- 
cher er jenen ungefähr + Zoll hervorstehen lässt, und ätzt hier- 
auf die ganze innere Scheidenfläche herab. Selbst wenn der 
Suft abbricht, wie dies mehrmals geschah, traten keine, oder 
doch nur geringe Schmerzen ein. In einem solchen Falle blie- 
[ben über 2 Drachmen in der Scheide zurück, und ohne bedeu- 
tende Schmerzen erfolgte sogleich völlige Heilung. Nur wenn 
gleichzeitig Geschwüre vorhanden sind, ist dieses Verfahren 
schmerzhaft, Oft wurde der Ausfluss, ohne zu recidiren, nach 
24 Stunden beseitigt. In 280 von 300 Fällen war zur völligen 
| Heilung nur eine einzige Aetzung erforderlich. Verf. wandte 
dies Mittel ia jedem Schwangerschaftsmonate an, ohne je Abor- 
tus darnach erfolgen zu sehen. Die Katamenien werden nie 
unterdrückt, sondern stellen sich im Gegentheil, wena sie so- 
gar längere Zeit ausgesetzt hatten, sehr schnell nach dieser Me- 
thode wieder ein, Diesem Berichte sind 3 an den Verf, gerich- 
tete Briefe von Joseph Bell, James Short Thomson 
und James Summer angehängt, worin diese, sämmtlich ehe- 
malige Schüler Hannay’s, die überraschend schnelle Wirksam- 
keit dieser Methode und die ‚nie daroach eintretenden Nach« 
theile derselben bestätigen. Anders dagegen lässt sich ibidem 
James M’Cune Smith vernehmen, welcher über mehrfache 
[Erfolglosigkeit und Nachtheile dieses Verfahrens berichtet. — Da
	        
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