Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

ij. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 403 
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von Jodkalium und. Jodblei‘ enthaltenden Salben, auch wohl 
wiederholte Anwendung des Ung. „dutenr, die Zertheilung, die 
inmer wünschenswerther, als die Vereiterung ist, zu erhalten 
suchen, : Zertheilende Pflaster, Compression über Umschläge 
von Bleiwasser etc, waren bisweilen nützlich. Widerstanden 
die verhärteten Drüsen diesen Mitteln, so hatten wiederholte 
Blasenpflaster und Verband der von’ der Oberhaut entblössten 
Stellen mit Ung. merc. den günstigsten Erfolg, auch konnte 
man später Compression, wenn sie ertragen wurde, über einem 
Verbaude mit Bleimitteln anwenden und oft minderten einige 
Blutegel die lästigen Symptome durch Druck, In den hart- 
näckigsten Fällen, wo die verhärteten Drüsen scirrhös zu wer= 
den schienen, zog es Ricord vor, sie durch das Messer zu ent- 
fernen, als zu der neuerlich von Malgaigne empfohlenen Me- 
thode, diese Drüsen mit den Daumen oder mit besonderen Schrauh- 
Instrumenten zu zerdrücken, die Zuflucht zu nehmen, die) ab- 
gesehen von den fürchterlichsten Schmerzen der Kranken, oft 
die gefährlichsten Zufälle durch Entzündung der nahen Gelässe 
hervorrufte und doch nicht ein Mal durchweg glücklichen Er- 
folg zeigte, [|Casper’s Wochenschr, f, d. ges, Heilk. 1837, 
Nr. 27. u. 28.) 
185. Geschichte einer inveterirten und larvir- 
ten Syphilis, welche Apoplexie und halbseitige 
Lähmung zur Folge hatte; vom M. R, Hofmedicus Dr. 
Busse in Berlin, Der den nachstehenden Fall darbietende 
Kranke war ein junger Mann von schlankem Baue, blühender 
Gesichtsfarbe und kräftizer Constitution. Er war, als er 1833 
zuerst syphilitisch angesteckt wurde, nicht volle 24 Jahre alt, 
hatte sich bis dahin immer guter Gesundheit erfreut und Schul 
und Universitätsstudien und auch das zweite Juridische Examen 
glücklich absolvirt, Er gehörte einer höchst achtbaren Familie 
an, deren Hausarzt der Verf. seit etwa 8 Jahren ist und zwar 
gemeinschaftlich mit dem verdienstvollen Stadtwundarzte Mohr, 
was hier deshalb erwähnt wird, weil Letzterer dem lang wie- 
tigen, hartnäckigen Kraukheitsfalle die grösste Aufmerksamkeit 
und Sorgfalt gewidmet und somit zur Herbeiführung eines mög- 
lichst günstigen Resultats der Cur wesentlich mitgewirkt hat, 
— Es war in den ersten Tagen: des März 1833 als B. gele- 
gentlich der Familie des Kranken einen Besuch machte und 8r- 
(uhr, derselbe sei etwa seit & Tagen unpass, und leide an fie- 
berhaft-gastrischen Beschwerden, woregen M. bereits Mittel 
verordnet hatte, Pat. wurde dem Verf. vorgestellt, Der sehr 
dicke Beleg der Zunge, so wie das aufgelockerte Zahnfleisch 
fielen ihm auf; er näherte sich dem Munde des Kranken und 
ein nicht zu verkennender penetranter Mercurialgeruch kam dem 
Verf. entgegen. Pat. wurde bei Seite genommen und auf die 
Frage: weshalb er Quecksilber gebraucht hätte? gestand er 
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