Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

365 1, Pathologie, Therapie and medicinische Klinik, 
Vorsicht das auf dem Boden liegende Steinchen übersehen würde. 
— Bemerkenswerth sind noch 2 Umstände: 1) dass, bei dem häu- 
fizxzem Vorkommen kleinerer Nierensteine, grosse Nierensteine so 
hochst selten sind, Obgleich der Verf. in einer bald 30jährigen Pra- 
xls nicht unterlassen hat, wo er immer konnte, Svcctionen vor- 
zunehmen, so ist ihm doch, ausser bei einem Collegen, kaum 
ein oder der andere Fall erinnerlich, wo er in einer Leiche 
grosse Nierensteine gefunden hätte und der Verf, kann dies zur 
wahren Beruhigung aller derer versichern, die wissen, dass 
sie an kleinen Nierensteinen leiden, Der andere Umstand ist, 
dass. Blasensteine so selten in der Provinz Rheinhessen vorkom- 
wen. Nach einer vor einigen Juhren durch Civiale in Paris 
bei der Regierung veranlassten Nachforschung hat sich näm- 
lich ergeben, dass keinem der in der Provinz Rheinhessen pra- 
eticirenden Aerzte seit 20 Jahren ein Fall vorgekommen war, 
iu dem der Steinschnitt angezeigt gewesen wäre, Nur der 
verstorbene G. R. Dr. Leydig hatte ihn 3 Mal, und darun- 
ter 2 Mal an Ausländern, vorgenommen, Wie kommt es nun, 
dass diese so oft sich darbietenden kleinern Nierensteine nicht 
oft den Kern zur Bildung von Blasensteinen abgehen? — 
Schliesslich führt der Verf. noch Einiges über die Mittel an, 
die er zur Linderung der hier beschriehenen Beschwerden am 
nützlichsten fand. Er berücksichtigte folgende Anzeigen: 1) den 
Krampf-in den Harnwerkzeugen zu lindern und 2) der, Entzün- 
dung in denselben vorzubeugen, oder, wenn sie schon entstan-= 
den war, ihr zu begegnen. Deshalb gebrauchte er: 1) Opium 
oder Morphium ace!icum und zwar in seltneren, aber angemes- 
sen starken Gaben; 2) Oeligte Emulsionen und zum Tranke 
Mandelmilch; 3) warme Cataplasmen aus Leinsamen, Chamil- 
len und Bilsenkraut; 4) warme Bäder; 3) Ricinusöl oder Bit- 
terwasser oder Klystiere um den Leib ollen zu halten und 6) 
bei zu befürchtender oder schon vorhandener Entzündung genü- 
gende Blutentlerung. [Heidelb. med. Annal. Bd. ITI. Hft. 3.) 
183. Invaginatio intestinorum; vom Kreisphys. 
Dr. RuunAaum in Potsdam, Dieser Fall von Znvaginatio in- 
testini betraf ein Mädchen von 1}; Jahr, welches sonst immer 
sehr gesund gewesen war, die‘ erste Dentition ohne Störung 
seines Wohlbefindens überstanden und nur häufig an Versto- 
pfung gelitten hatte, wogegen bald Klystiere, bald Rhabarber 
gehraucht wurden, Nach einer Erkältung in kalter Zugluft im 
Febr. bekam das Kind Diarrhöe und hierauf völlige Versto- 
pfunz, mit beständigem Umherwerfen im Bette, vermehrtem Durst 
und Erbrechen nach jedem hastig genommenen Getränke. Durch 
periodisches, heftiges Schreien, Zappeln mit Händen und Füssen, 
wobei das Kind, wie beim erschwerten Stuhlgange immer zu 
drängen schien, verrieth es seine Schmerzen, die + Stunde, bis- 
weilen länger, anhielten, dann nachliessen und 1 bis 2! Stunde
	        
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