Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

358 XI, Materia medica und Toxikologie, 
welche man die Mixtur giesst, Selten kann man öfter als fünf 
bis sechs Mal einreiben, indem die Haut sich excorirt und ein 
unerträglich brennender Schmerz entsteht, man kann aber dreist 
damit fortfahren, sobald. die Reaction der Hautoberfläche sich 
wieder gelegt hat, Auch muss man den Kranken darauf auf- 
merksam machen, dass er mit der einzureibenden Substanz nicht 
den Kleidungsstücken und dem Bettzenge und des Abends nicht 
der Lichtflamme zu nah2® komme, indem sie jene durchlöchert 
und au dieser Feuer fängt. — Auch bei arthrocacischen Gelenk- 
leiden und bei Blutaderknoten, bei letztern in verdünnter Ge- 
stalt, stiftet es Nutzen. Unpassend ist es, seiner reizenden 
Eigenschaften wegen, bei echt entzündlichen, phlegmonösen An- 
schwellungen, [Med, Zeit, vo. Vereine f. Heilk, in Pr. 1837, 
Nr. 21.] 
155. Indigo gegen Epilepsie; vom Staabsarzte Dr, 
Hırsenzere in Berlin. J. K. 32 Jahr alt, wurde den 9. Aug, 
V. J., an Epilepsie Jeidend, im Charit&e-Krankenhause aufgenom- 
men. Von starkem, kräftigem Körperbaue, war er von sei- 
nem 19, bis 25. Jahre dem Militairdienste mit Leichtigkeit nach- 
gekommen, bis er nach einer nächtlichen, starken Erkältung 
von einem heftigen Rheumatismus befallen wurde, der beson- 
ders die Extremitäten ergriffen hatte, nach sechswöchentlicher 
Dauer sich in Folge einer Metastase auf den Magen warf, und 
hier heftige, drückende Schmerzen mit häufigem Erbrechen, zum 
Theil blutiger Massen hervorrief, Während durch die zweck- 
mässigste Behandlung nur so viel bewirkt wurde, dass das Er- 
brechen seltener, gewöhnlich nur nach dem Genusse warmer 
Speisen, erfolgte, traten die ersten krampfartigen Anfälle, als 
Cardialgia sich darstellend , ein; indem diese an Heftgkeit zu- 
nahmen und sich nach 3 Monaten zu förmlichen epileptischen 
Krämpfen ausgebildet hatten, hörte das Erbrechen ganz anf, 
Jeder Anfall begann mit ziehenden Schmerzen-in den Unter. 
schenkeln, die hald längs den beiden Oberschenkeln sich ver- 
breiteten, dann in den Unterleib stiegen und sich im Magen 
concentrirten; dann folzten sehr schnell Bewusstlosigkeit und 
die heftigsten convulsivischen Bewegungen der Extremitäten, so 
wie der Gesichtsmuskeln, auch trat wohl Wein- oder Lach- 
krampf ein. Ein solcher Anfall hielt immer 5—8—10 Minuten 
an, kehrte im Anfange etwa nach 14 Tagen wieder, und trat 
dann an einem Tage 8— 10 Mal ein. Da alle Mittel ohne 
Erfolg blieben, so. wurde K, von Militair entlassen. Die An- 
fälle kamen nun immer früher, so dass im Sommer v. J. wö- 
chentlich zwei erfolgten. Bei der Aufnahme in das Kranken- 
haus klagte K. über einen dauernden, lästigen, drückenden 
Schmerz in der Regio epigastrica , die zwar aufgetrieben, aber 
weich war und an keiner Stelle einen Tumor der Unterleibsorgane, 
Zeichen von Eutzündung u. 8. w. auflinden liess. Wurde der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.