Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

336 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
crasie nicht vertragen wird, oder für Unbemittelte zu theuer 
ist. In solchen Fällen von sehr hartnäckigen Rückfällen wen- 
dete S. das schon früher von ihm empfohlene Käli carbonicum 
mit gutem Erfolge an und zwar entweder: Rec; Kalt carb. 
5ij. solv in .Aq. Rub. Idaei 3ZWVj. et add. Syr. ejusd. 3), M. 
D. S. Alle Stunden einen Lölfel in der fieberfreien Zeit, oder 
verstärkt mit einem Scrupel T'inct, opii, Auch mehrere Colle- 
gen des Verfs, haben diese Mischung mit grossem Nutzen an- 
gewendet. — 2 Fälle von Wechselfieber kamen dem Verf. in 
seiner 24jährigen Praxis vor, die durch die bisher genannten 
Mittel zwar gemildert und etwas beschwichtigt, nie aber gauz 
geheilt werden konnten und allen andern Mitteln trotzten, ohne 
dass die Ursache davon auszumitteln gewesen wäre. Beide 
wurden allein durch den Gebrauch der bittern Mandeln schnell, 
gründlich und bleibend geheilt. Die Kranken mussten nämlich 
+ Stunde vor dem Anfalle das erste Mal 7, das zweite Mal 
9 Stück bittere Mandeln kauen und verschlucken und letztere 
Zahl mehrere Tage nach einander um dieselbe Zeit fortnehmen 
und obenerwähnte Diät und Regim beobachten. Der nächste 
Anfall wurde darauf schon geringer, der zweite noch schwä- 
cher und der dritte blieb ganz aus, ulıne dass ein Rückfall ein- 
getreten wäre. Zur Nachkur les S. die Tinct. Chinae com- 
pos. kaffeelöflelweise nehmen, [Hufeland’s Journ. d. pract. 
Heilk. 1837. März. ] 
150. Krätze; vom Grossh. Bad. M. R. Dr. ScHwEr- 
per. Gegen die Krätze hat S. sowohl in dem unter ihm ste- 
henden Krankenhause, als in der Privatpraxis eine Menge Heil- 
versuche mit neuerlich gepriesenen Mitteln meist ohne Erfolg 
unternommen. Die englische Methode half nichts und Pfeu- 
fer’s Schmierkur war nur in einigen Fällen frisch entstandener 
Krätze hüllreich., Die Methode, die der Verf. in vielen hun- 
dert Fällen stets mit bestem Erfolge zu Hülfe nimmt, ist fol- 
gende: bei Aufnahme des Krätzkranken ins Krankenhaus be- 
Kommt er sogleich ein warmes Seifenbad und alg Abführung 
eine Gabe Pilul. laxant. mercur, officin. Am nächsten Tage 
reibt er sich Morgens und Abends in die Krätzstellen folgende 
Salbe ein, die nach einer halben Stunde wieder mit Seifenwas- 
ser abgewaschen wird: Rec. Flor, sulph, Zinc. sulph. Ol. 
Lauri ad 3ij. Arung. porcı 3. M, F. Ung. D. S. Einen 
Kalfeelöffel voll Morgens und Abends einzureiben. Innerlich 
erhält Pat. ein Pulver aus Flor. sulph.‘ Crem. tart. Sacch. alb, 
aa 38. Pulv. rad, Rhei ij. M. D, S. Morgens und Abends 
einen Kaffeelöffel voll, nebst einem Thee aus den Spec. pro 
Dec. lign. Einen Tag um den andern wird ein Seifenbad ge- 
nommen, Kleider, Leibwäsche und Bettzeug werden fleissig ge- 
wechselt und so fortgefahren, bis Pat. geheilt ist, was bei nicht 
zu veralteter Krätze und bei nicht zu sehr cachectischen Sub-
	        
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