Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

AV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
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her zinnerner Spritzen bedient, [Jahrb. d. ges. Medic. Bd. 
XV ft, 2, nach: Archiv. de med. de Paris, Janv, 1837.] 
; 39. Fliegenlarven im Ohrgeschwüre eines 
2jährigen Knaben; vou Dr. Vorer in Leipzig. Dr. Wer- 
ner in Königsberg. (Med, Vereinszeit. 1837. Nr. 5, S, 24.) 
erzählt von einer Frau, welche Fliegenlarven, die sich in ihrem 
Körper entwickelt hatten, lebendig durch den After von sich 
gab. Eine ganz gleiche Beobachtung theilt Dumenil in der 
Gaz, med. de Paris, 1836. Fevrier. S. 125 mit, und eine dritte 
machte ich vor wenigen Jahren an einem 2jährigen Knaben, 
welcher unter hydrocephalischen Zufällen erkrankte und starb, 
Das Ende seiner Gwöchentlichen Leiden wurde durch eine hin- 
zutretende Otorrhöüe noch penibler. Aus dem rechten Ohre floss 
blutiges Eiter und mit diesem sah man Maden aus dem Ohre 
kriechen. Es gelang, zweier derselben habhaft zu werden: sie 
waren dick, Kkepgelförmig gestaltet, spitz und schwarz geköpft 
und sehr beweglich. Ich überbrachte diese Maden unserm Prof. 
D. Schwägrichen, der sie gleich für Fliegenlarven erkannte 
und die Güte hatte, sie zum Verpuppen zu bringen, Nachdem 
sie nun ausgekrochen waren, präsentirten sie sich als die ge- 
wöhnliche Stubenfliege. — Die Maden krochen den 15. Jan. 
1835 aus dem Ohre des Kindes, also zu einer Zeit, wo die 
wenigen Fliegen an die Stube gewiesen sind und für ihre Brut 
wohl nirgends schicklichere Nahrung finden mochten, als das 
Eiter in dem Ohrgeschwüre des Kindes, Zwar wurde die Se= 
tion des Leichnams nicht gestattet, aber dass das Ohrgeschwür 
vor den Fliegenlarven da war und dass jenes nicht durch diese 
veranlasst, sondern dass die Mutterfliege erst durch das Eiter 
angelockt wurde, ihre Brut in das Geschwür abzusetzen, lässt 
sich wohl @ prior abnehmen. 
IV. GYNAEKOLOGIE und PAEDIATRIK. 
140, Krampf der Gebärmutter; aus dem Berichte 
über die geburtshülfliche Klinik an der Universität zu Berlin 
vom 3. Oct. 1829 bis 31. Dec. 1835 vom Prof, Dr. Busen. 
Der Krampf der Gebärmutter bei der Geburt kam häufiger als 
krampfhafte Wehe, seltener als Tetanus uteri vor. Die 
krampfhafte Beschaffenheit der Wehen hatte bald in zu grosser 
Sensibilität des Körpers und besonders des Gehärorganes ihren 
Grund, bald beruhte dieselbe auf rheumatischer Affection, bald 
war Vollblütigkeit die Ursache, Die Störung der Geburt betraf 
vorzüglich die zweite Geburtsperiode, zuweilen ging dieselbe 
auch auf die dritte über, und in manchen Fällen blieb, selbst 
nach gehobener, krampfhafter Allection, Wehenschwäche zu- 
rück, 80 dass die vierte Geburtsperiode alsdann durch diese ver- 
Summarium d. Medicin, 1837. Il. 20
	        
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