Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

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III. Chirurgie und Ophthalmologie, 
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denkliche Zufälle bedingt haben würde. — In einem Nach- 
trage erörtert St. zuerst, dass Dr, Unger (diss. de torsione 
et zmplicatione arteriarum, Bonae 18353) bei seinen Versuchen, 
wegen fehlerhaften Verfahrens, nicht die gehofften Resultate 
erhalten konnte und dann schlägt er zwei neue Instrumente zu 
leichterer Ausführung der Gefässdurchschlingung vor, Die von 
ihm bisher angewendete einfache, an der Spitze gekrümmte 
Durchschlingungspincette hatte, besonders bei grossen und rigi- 
den Arterien, den Uebelstand, dass das zum Durchziehen ge- 
fasste Arterienende, während die Pincette durch den Spalt zu- 
rückgezogen wurde, wieder entschlüpfte uud deshalb wiederhol- 
tes Erfassen des Gefässendes nöthig machte, was in 2 Fällen 
die Ausführung der ganzen Operation gänzlich verhinderte. 
Seitdem hält es daher St, für zweckmässiger, an die Stelle 
einer einfachen gekrümmten Pincette eine an der Spitze mit 
einem horizontal im rechten Winkel abstehenden Zahne, der in 
ein gegenüberstehendes Loch, oder zwischen 2 Zähne der: an- 
dern Branche eingreift, versehene Pincette, zu setzen. Dazu 
scheint eine Art von Kornzange im verkleinerten Maassstabe 
am zweckmässigsten. Die Blätter müssten etwa so stark seyn, 
wie die Branchen einer feinen Augenpincette, jedes flachrund 
seyn, zusammen 1‘ dick und sehr spitz endigen und das Ge- 
winde 3—4“ unterhalb der Spitzen sich befinden, Von letzte- 
ren würde die erste einen, 1’ Jangen, in ein Loch der zwei- 
ten entzegengesetzten eingreifenden Zahn haben müssen, Die 
Blätter am Gewebe selbst müssten 1‘ breit und flach seyn, um 
möglichst wenig Raum einzunehmen, Die Arme könnten schon 
ziemlich stark seyn, etwa 2—24, vom Gewinde an, lang, 
die Ringe mit gerechnet, die zur Aufnahme des Ringfingers 
und Daumens hinreichend gross seyn müssten. Um damit ein 
Gefässende zu durchschlingen, schiebe man die geschlossenen 
Spitzen durch den Gefässspalt bis ans Gewinde, das sich also, 
während man darauf die Blätter zum Fassen des Gefässendes 
öffnet, im Gefässspalte selbst befindet, wodurch es möglich ist, 
die Spitzen des Instrumentes so weit als nöthig zu öffnen, ohne 
den Gefässspalt besonders zu zerren, Dann fasst man das Ge- 
fässende durch Schliessung des Instrumentes und zieht es durch 
den Spalt hindurch. Für grosse Arterien könnte man sich eben 
so vertheilhaft der B 10 me r’schen Augenpincette bedienen, 
Nur bei sehr kleinen, dünnwandigen Gefässen wäre letztere 
unzweckmässig, weil die Arme einer solchen Pincette mehr. als 
die einer gewöhnlichen geöffnet werden müssen, wenn das Ge« 
fässende zwischen dieselben gebracht werden soll und zwar 
um so viel mehr, als die Länge des Zahns, oder der Zähne 
an der Spitze beträgt. Durch diese bedeutende Eröffnung der 
Pincettenarme kann aber bei solchen Gefässen Erweiterung oder 
Eiureissung des Spaltes, oder zu starke Zerrung des Bändchens
	        
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