Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

{. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 261 
so wenig lässt sich dieser Schluss aus einer Beobachtung Bier- 
manpn’s (musaeum anat.-path, nosocomii univ. Findob. 3816 
p- 221) ziehen und auch Kilian’s Beobachtung über ein Prä- 
parat im Strassburger Museum ist unvollständig. St. selbst hat 
vor einiger Zeit bei einer Obduction Bluterguss zwischen den 
Lamellen der harten Hiruhaut beobachtet, aber auch in diesem 
liess sich nicht bestimmt annehmen, dass nur die Arachnoideal- 
{amelle von den übrigen getrennt gewesen wären. Das Präpa- 
rat befindet sich auf dem anatomischen Museum und der Fall 
ist nachstehender: ein 70jähriger Arbeitsmann wendete sich vor 
2 Jahren an St. Dieser fand ein schwaches, abgezehrtes Indi- 
viduum, das, schlafsüchtig daliegend, keine Frage mehr beant- 
worten konnte. Passive Lage, mangelnder Ausdruck im Ge- 
sichte, schlatsüchtiger Zustand, aus dem heftiger Husten mit 
Auswurf tuberkulöser Materie den Kranken oft erweckte, lang- 
samer, schwacher Puls, sehr erschwerte Respiration, unange- 
nehmer Geruch und Widerwille gegen alle Nahrung Hesse 
baldigen Tod vermuthen, der auch schon nach 2 Tagen erfolgte. 
Bei der Section, 31 Stunden nach dem Tode, floss bedeutend 
viel wässeriges Serum aus.. Die harte Hirnhaut haftete sehr 
innig an der innern Schädelfläche, von der man sie nur mit 
Mühe trennen konnte, Nachdem dies geschehen und die Dura 
mater durchschnitten worden war, bemerkte man rechts an der 
innern Fläche eine pralle ; blasenartige Vortreibung, deren bläu- 
liches Ansehen auf blutiges Contentum schliessen liess. Die 
Blase war fast 7 Zoll lang und 3 Zoll breit. An ihren 
Grenzen schon war die Gesammtmasse der Dura mater etwas 
verdickt und deutlich zeigte sich die der ganzen rechten Hirn- 
hälfte entsprechende Dura meter dicker als gewöhnlich. Ein 
Extravasat von klumpiger, dunkelrother Blutmasse war zwi- 
schen den Schichten der Dura ‚mater enthalten, indem diese 
eine Blase bildeten, deren obere und untere Wand an den 
Rändern allmählig in einander übergingen, Diese Blase ging, 
etwa 1 Zoll vom Sinus ZIongitudinalis superior entfernt, längs 
diesem von hinten nach vorn, stand aber mit diesem Sinus in 
keiner Weise in Verbindung. Offenbar war der den Boden 
der blasenartigen Vortreibung bildende innerste Theil der Dura 
mater bedeutend verdickt, zeigte sich auch an den am meisten 
ausgedehnten und am meisten prallen Stellen dicker, als an den 
Rändern, Hier, wo sie durch minder grosse .Blutmenge von 
den übrigen Schichten getrennt war, haftete sie auch noch durch 
sehr kurze bandartige, faserige Stränge an der entsprechenden 
obern Wandung. Nachdem das dem obern Segmente des 
Schädels entsprechende Stück der Dura mater einige Zeit in 
Weingeist gelegen, liessen sich von der Schnittfläche aus die 
untere, so wie die obere Wandung der Blase, die an den 
Rändern allmählig in einander übergingen, von der übrigen har-
	        
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