Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

242 IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
seine äussere Fläche tief blauroth entzündet war. Das Becken 
und fast die ganze Bauchhöhle waren von einer unebenen , trau- 
benartigen Geschwulst ausgefüllt, die von ihren Anhängen ab- 
gelöst und als entartetes vechtes Ovarium erkannt wurde, Die- 
ses war nämlich in eine 8 Pfund schwere Masse verwandelt, 
die aus einem Convelute zahlloser Hydatiden bestand. Die 
einzelnen Blasen waren von der Grösse einer Erbse bis zu der 
eines Hühnereies und bald von dünnen, serösen, bald von 
dicken, festen, fibrösen Bälgen. gebildet. Alle strotzten von 
Wasser, so dass es beim Anstechen oder Drücken weit aus 
ihnen wegspritzte. In einigen war es ganz klar, wie Brunnen- 
wasser, ın andern grüngelblich, flockig, milchigt. Einige der 
grössern Blasen schienen mehrere kleinere in sich zu enthalten, 
Bald fand sich eine Reihe grosser Bälge neben einander, bald 
grosse und kleine durch einander, bald lauter kleine, so dass 
die- Stelle, wie eine Perlenschnur aussah, Die Trompete, auf 
der das Ovarium sass, Uterus, linkes Ovarilum und Harnblase 
waren gesund. — _Bemerkenswerth ist in diesem Falle das 
Platzen des Sackes durch äussern Stoss ohne weitern Nachtheil, 
so wie, dass während der ganzen Krankheit die Periode regel- 
müssig war. Bei der Paracentese stiess H, wahrscheinlich 
einize Zellen des Sacks an; daher das Flockigte und Häutige 
im abgehenden Wasser. Im Ganzen spricht dieser Fall aber- 
mals für Misslichkeit der Paracentese beim Hydrops ovarli. 
| Heidelberger medic. Anhalen, Bd, TIT Hft. 1.] 
107. Haemorrhagia uteri, gehoben durch 
Compression der Aorta; von Dr. RoLLe zu Treptow an 
d. T.. Beim Besuche eines Kranken auf dem Lande wurde R, 
eiligst zu einer Kranken in einem nahen Dorfe gerufen, die an 
HHaemorrhagia uteri praeceps litt, Er fand eine vor 14 Tagen 
Entbundene, die sich bis dahin immer wohl befunden und ihr 
Kind selbst stillte, im Bette liegen: Gesicht und Lippen waren 
bleich, die Hände kalt, es folgten rasch auf einander Ohnmach- 
ten, Würgen, 'Schluchzen, Lach- und Weinkrämpfe und der 
Puls war fadenförmig. Pat. schwamm im Blute, das sturz- 
weise hervordrang. R. wendete sofort kalte Ueberschläge und 
Einspritzungen ao, doch erfolglos. Zeit war nicht zu verlieren 
und andere Mittel standen, da der Ort eine Meile von der 
Stadt entfernt war, nicht zu Gebote. Da griff der Verf. zu 
einem Mittel, das ihm zuvor nicht aus Erfahrung, doch aus 
der Journallectüre als Hülfe bringend bekannt war, nämlich zur 
Compression der .dorta abdominalis (Summar. N. F, Bd, IV. 
Hfu. 6. Nr. 154.) Er setzte etwa 2 Finger breit unter dem 
Nabel die lioke Hand: mit der Ulnarseite auf den Unterleib und 
drückte, etwas nach links, die weichen Bauchdecken bis auf 
die Wirbelsäule, wo er die Aorta deutlich pulsiren fühlte, fest 
auf, indem er gleichsam die Wirbelsäule, nach links drückend, 
umspannte, Im Augenblick trat das Blut mit erneuerter Hef- 
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