Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

238 
I. Chirurgie und Ophthalmologie, 
liche Zehen durch Brand. Später brachen die Füsse wieder 
auf und im Verlaufe mehrerer Jahre wurden die Mittelfusskno- 
chen beider Füsse durch Caries zerstört. Endlich heilte der 
linke Fuss, der rechte aber blieb fortwährend leidend und wenn 
auch eine Zeit lang die Geschwürflächen verheilten, so brachen 
sie bald wieder auf und es sonderten sich kleine Knochenstück- 
chen ab. Armuthshalber konnten keine ordentlichen Mittel ge. 
braucht werden und Pat. suchte nur durch Hausmittel seine 
Leiden etwas zu mildern. Beim Mangel aller Unterstützung 
musste er daher oft, so fürchterlich auch die Schmerzen waren, 
die grösste Zeit des Tags im Weberstuhle mit seinen beiden 
Stumpfen zubringen. Am 18. Mai sah D. den Kranken zum 
ersten Male. Der. rechte Fuss gewährte einen scheusslichen An- 
blick, Er stellte eine schwarzbräunliche breite Geschwürfläche 
dar, die schwärzliche , aashafte Jauche absonderte. Hier und 
da ragten abgestorbene Knochenstücke hervor, die wie alter 
von Maden zerstörter Käse aussahen. Fast alle Mittelfusskno- 
chen waren zerstört und Pat, empfand im Fuss- und Kniege- 
Jenke wechselnd heftige Schmerzen, Vom linken Fusse war 
noch die Hälfte übrig, doch derselbe fast vernarbt, die Venen 
varicös, die Haut livid und glänzend und die Empfindlichkeit 
sehr gross. Obgleich Alles angewendet wurde, der Zerstörung 
Grenzen zu setzen, 80 gelang es doch nicht und Pat., einem 
Gerippe gleich, musste bis zum ‘Tode, im Juni 1833, die un- 
säglichsten Schmerzen erdulden und seine Klagen wurden weil 
gehört. Der Beinfrass schritt immer_ mehr vorwärts und vom 
rechten Fusse war beim Tode nur noch vom Fersenbein ein 
Rudiment sichtbar. Nur ein Mittel erleichterte dem Unglück- 
lichen seine Qualen, nämlich das Morphium aceticum, das in 
Fällen der Art als wahre Panacee von dem von Schmerzen Ge- 
Ffolterten sehnsüchtig verlangt wurde. So hatte denn Pat. 33 
Jahre an einem Knochenübel gelitten, das erst langsam heran- 
schlich und erst in der letzten Periode eine so gewaltige Aus- 
dehnung erlangte, dass der Organismus -sich nicht länger be- 
haupten konnte, [v. Grüfe’s u. v. Walthers Journ, d.. Chir. 
u. Augenheilk. Bd, XXV. Hft. 1.] 
105. Coloboma iridis® vom Med. pract. Dresseru in 
Burgstädt. Der Verf. reiht an die von v. Walther, v. Am- 
mon, Gescheidt, v, Escher u. A. beobachteten Fälle von 
Coloboma iridis nachstehende, die ihm in 12jähriger Praxis 
vorkamen: I. Eine 24jährige, blühende Frau, deren erstes Kind 
höchst schwach und elend zur Welt kam und durch Marasmus 
endete, das zweite aber todt geboren wurde, gebar, nachdem 
sie in der 3. Schwangerschaft an Anschwellungen und Verhär- 
tungen der Achseldrüsen, £luor albus etc. bedeutend gelitten, 
dies Mal einen kräftigen Knaben leicht und glücklich, konnte 
auch denselben selbst stillen und befand sich jn dieser Zeit, 
in de 
verlo; 
tums, 
dem 
imme 
gewa 
boma 
empfi 
desse 
gerun 
dete 
Pupil 
lichk: 
kraft 
fünft« 
Dass 
D. vv 
stark 
völli; 
wohl 
Jahre 
würd 
Auge 
fen 
Pupi 
ren 4 
durel 
nig v 
weni 
durel 
3 Ja: 
kraft 
nie ü 
bring 
Haar: 
einen 
recht: 
Sehe: 
Stern 
dama 
Gebu 
Fleis« 
Gesel 
sich ' 
einen 
zu b 
x
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.