Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

226 ZU. Chirurgie und Ophthalmologie. 
über in derselben Zeitung vom 17. April ein Attest des G. R. 
Dr. v. Gräfe sich beifällig dahin erklärte, dass jene Vorrichtung 
denen, die an reiner Schwäche des Hörsinns litten, als nütz- 
lich empfohlen zu werden verdiene, Diese sehr bedeutende 
Autorität erweckte im Publikum natürlich grosses Zutrauen zu 
dieser s. g. amerikanischen Erfindung, und viele Schwerhörende 
schafften sich das Otaphone an und trugen es die verheis- 
sene Stärkung des leidenden Gehörorganes sicher erwartend, 
Die Zeit wird diese Hoffnung leider bald zu nichte machen: 
der Verf; aber will das Urtheil der Sachverständigen über den 
Werth des Otaphone aufklären, um durch sie das Publicum 
von leeren Hoffnungen zurückzubringen. Buchanan, Oh- 
renarzt in Hull, empfahl 1825, ursprünglich zur sichern Fei- 
lung von Wunden des Ohrknorpels, dann aber 1828 zur. Bes- 
serung der Schwerhörigkeit hinter dem leidenden Ohre ein Pol- 
ster zu tragen, das aus Kork geschnitten werden sollte und 
zwar nach einem Modell, welches in jedem einzelnen Falle 
vom Ohre in Gypsmörtel abgenommen worden wäre, wodurch 
das Korkpolster allerdings ganz genau die Form der hintern 
Wand des Ohrknorpels erhält. Buchanan legt nämlich viel 
Gewicht auf den Winkel, unter dem der Ohrknorpel an die 
Schädelknochen angeheftet ist und er glaubt, dass dieser Win- 
kel 45° betragen und dass die Schwerhörigkeit wesentlich er- 
leichtert werden müsse, sobald dem etwa unter einem spitzern 
Winkel angehefteten Ohrknorpel die erwähnte normale Richtung 
durch das Ohrenpolster gegeben würde. Indess scheint Bu- 
chanan die Erfindung nicht weiter verfolgt zu haben, weil 
er sich später wohl von der geringen practischen Brauchbarkeit 
derselben überzeugte, Statt seiner bemächtigte sich nun We b- 
ster in London dieser Erfindung und empfahl 1836 sein Ota- 
phone, ohne dabei Buchanan als seinen Vorgänger zu nen- 
nen, worin ihn Robinson treulich nachgeahmt hat, indem 
er sogar den Geburtsort des Otaphone von London nach Ame- 
rika verlegte. Die Beschreibung des Webster’schen Otaphone 
passt ganz genau auf die von Robinson verkauften Vorrich- 
tungen dieses Namens. Webster rühmt ihnen noch nach, dass 
sie dem Gesichte einen jugendlichen und geistreichen Ausdruck, 
dem Ohre aber eine grössere Wärme mittheilten. — Wie weit 
kann nun aber durch dieselben die Schwerhörigkeit gebessert 
werden? Das Otaphone hesteht im einem etwa 2 Finger brei- 
ten Streifea von dünnem Silberblech, angeblich nach der hin- 
tern, äussern Form des Ohrknorpels gebildet, nach oben zu 
mit einem hakenförmigen Fortsatze versehen, der dazu dient, 
das Ganze hinter dem Ohrknorpel zu befestigen, welcher da- 
durch in einem Winkel von etwa 45° nach vorn gedrückt wird. 
Allerdings wird so das Ohr zur Aufnahme einer grössern Menge 
von Schallschwingungen geeignet gemacht, ganz 80, als wenn 
mä 
fah 
Vo 
der. 
die 
als 
leg. 
we 
) 
äus 
vor 
gel 
Ve 
bal 
nic! 
has 
ner 
alsı 
der 
sch. 
Sch 
dad 
in | 
kun 
das 
hen 
des: 
gen. 
den 
der 
glei 
che: 
höc! 
und 
Fin: 
keir 
dass 
Sch: 
leid: 
noc! 
mit 
FCa 
me 
du
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.