Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

[.. Pathologie, Therapie und mediemische KBuik.” 197 
wenn die Anfälle eingetreten wären, sehr heftig gewesen sel. 
Die Stelle, von der dieser Schmerz ausging, war die beim 
Druck von aussen schmerzhafte, — Der mitgetheilte Fall war 
wohl unstreitig eine Myelitis rheumatica, d. h, eine solche 
Myelitis, bei der ursprünglich die Rückenmarkshäute , so wie auch 
die oberflächlichen. um das Rückgrath ‚an der betreffenden Stelle 
gelegenen tendinüsen Gebilde ergriffen waren und nur secundär 
das Rückenmark selbst in die Krankheitssphäre hineingezogen 
wurde, [Allgem. medic. Zeit. 1837. Nr. 22.] 
82. Paraplegie mit Blasenläh mung; von Dr. Vo- 
er. in Riedlingen, Ein 52jähriger Mann von: atrabilärer Con- 
stitution klagte am 23. Aug. 1836 über Mattigkeit, Eingenom- 
menheit des Kopfs, bittern Geschmack, Vollsein in. der Magen- 
gegend, Hartleibigkeit und wünschte ein Abführmittel, das er 
auch erhielt, da sich V., wegen grosser Neigung zu Bluthusten 
scheute, ein Brechmittel zu geben. Auf das Abführmittel ging 
es etwas besser, dagegen klagte Pat. am 28. über Beschwer- 
den beim Wasserlassen, etwas aufgetriebenen Unterleib und 
stechenden Schmerz beim Drucke auf die Blasengegend, auch 
konnte Pat, den linken Fuss kaum bewegen und klagte über 
Pelzigsein und Ameisenkriebeln in demselben, Es wurden 12 
Blutegel in die Blasengegend gesetzt, Quecksilbersalbe. einge- 
trieben, Umschläge aus Spec, emoll. und Narcot, aufgelegt und 
eine Emulsion mit Nitrum: gegeben. Darauf wurde zwar das 
Stechen in der Blasengegend geringer, doch musste der Harn 
mit dem Catheter entfernt werden, Derselbe war blass-röth- 
lich gefärbt und hatte ein weisslicht-schleimiges Sediment, Der 
Hnke Fuss war völlig gelähmt und es fand sich starkes Kälte- 
gefühl in demselben, obwohl er sich warm anfühlte, vermuth- 
lich weil das Gefässleben weniger litt, Darmausleerung wurde 
durch ein einfaches Klystier bewirkt. Am 27. nahm man keine 
merkliche Veränderung wahr, Es wurden 8 Blutegel ans Pe- 
rinäum und 8 blutige Schröpfköpfe längs der Lendenwirbel 
gesetzt. Den 30. fing auch der rechte Fuss an schwerer be- 
weglich zu werden und es stellte. sich gleichfalls Gefühl von 
Kälte und Kriebeln in demselben ein. An beiden Beinen bil- 
dete sich leichtes Oedem. Die Blasengegend war schmerzlos, 
der Harn aber musste früh und Abends mit dem Catheter weg- 
genommen werden; . Die Einleitung‘ eines elastischen Catheters 
verweigerte Pat, V. verordnete 20 Blutegel in Lenden- und 
Kreuzbeingegend, Einreibungen von Ung, merc. 6. Spir. Camph. 
und Tinct, Canthar. in Lenden- und Blasengegend, innerlich 
Inf. arbut, uvae ursi mit Kalt carbon. und Strychnin zu x 
Gran früh und Abends, Den 1. Sept, glaubte der Verf. öfters 
wiederkehrendes Reissen und Ziehen vom Rückgrath nach den 
Beinen und umgekehrt bereits als Wirkung des Strychnins an- 
nehmen zu dürfen, auch wollte Pat, eine, wenn gleich geringe
	        
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