Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

Da, 
des Neuesten und Wissenswürdigsten 
aus der 
SCSaL 
AHLWON 
ediein 
zum Gebrauche praktischer Aerzte und Wundärzte. 
14. Juni 1837. 
AM 12. 
[. PATHOLOGIE , THERAPIE und MEDICINISCHE KLINIK, 
79. Febris intermittens topica manifesta; 
von Dr. LroxuARD zu Mühlheim a. d. Ruhr. . Eine Bürgers- 
frau mit höchst zarter Constitution und hectischem Baue hatte 
ihr Leben nur durch die genaueste Diät gefristet und durch die 
den Hectischen eigenthümliche Hoffnung und Liebe zum Leben 
erträglich gemacht. Seit vielen Jahren wurde sie, besonders 
im Frühjahre und Herbste von trockenem Husten, der von Sti- 
chen in der Brust begleitet war, sehr belästigt. Da die Zeit 
des Ueberganges ins Matronenalter bei ihr eingetreten war, litt 
sie viel an unregelmässiger Menstruation, die bald ihre Kräfte 
zu sehr in Anspruch nahm, bald Congestionen nach dem Kopfe 
und der Brust verursachte, Der Eintritt ihrer Periode kündigte 
sich übrigens seit vielen Jahren durch schmerzhaftes prickeln- 
des Gefühl in der rechten Hüfte und dem rechten Arme an, 
worauf gewöhnlich ein lähmungsartiger Zustand dieser Seite er- 
folgte, der aber mit Erschemen der Periode verschwand. Im 
Herbste 1836 kehrte ihr gewöhnliches Leiden mit grösserer 
Heftigkeit wieder und zog sich den ganzen Winter hindurch 
von den erwähnten Menstruationsbeschwerden begleitet. Als im 
Febr, d. J. die Grippe herrschte, wurde die Frau auch von 
dieser befallen: nach wenigen Tagen ging dieselbe aber in ein 
merkwürdiges Quotidianfieber über, welches sich zuerst am lin- 
ken, späterhin am rechten Arme offenbarte. Der Pavoxysmus: 
zeigte sich auf folgende Weise: des Vormittags zwischen 10 
und 11 Uhr, bald nachdem die Kranke ihr Frühstück zu sich 
genommen, musste sie mehrmals gähnen, worauf ein Zittern 
des linken Armes erfolgte. Nach: und nach wurde der linke 
Arm, vom Akromion an bis in die Fingerspitzen , immer kälter 
und zuletzt so kalt, als ob, wie die Kranke äusserte, der Arm 
in kaltes Wasser getaucht wäre. , Es zeigte sich an demselben 
auch die Gänsehaut und die Nägel auf den Fingern wurden 
blau. Dieser Frost wurde bisweilen auf einige Augenblicke so 
Summarium d, Mediein. 1837. 11. 13
	        
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