Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

IH. Chirurgie und Ophthalmalogie, 
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zontale Lage erhält. Die Nadel selbst liegt nun horizontal, 
indem die convexe Seite in die Höhe, die concave nach nnten 
gehalten wird. In Ansehung des Auges erstreckt sich die Spitze 
schief in den innern und hintern Theil, so dass sie die Augen- 
axe in spitzem Winkel ‚schneidet und eine Linie oberhalb im 
den untern Theil hinausragt. Die eine Fläche neigt sich dem 
hintern Theile des Staars zu, die andere dringt zum Glaskör- 
per vor, Wird etwa bei Fortführung der Nadel die Schneide 
derselben nicht neben dem Staare, sondern in den Rand dessel- 
ben gesenkt, was man an der Bewegung des Staars durch die 
Nadel erkennt und was geschieht, wenn man die Nadel nicht 
so sorafältig in den hintern Theil führte, so muss selbige ein 
wenig zurück, mehr als vorher nach dem hintern Theile und 
nachher noch weiter fortgeführt werden, Die Spitze muss bis 
hierher nach dem innern Theile zu sich erstrecken, Dringt sie 
weiter vor, so verletzt man leicht im 3. Moment das Corpus 
ciliare; ist dies weniger der Fall, so wird sie mit grösserer 
Mühe in die vordere Kammer geführt. Der dritte Moment be- 
steht in Herausführung der Nadel aus dem Glaskörper in die 
hintere Kammer oberhalb der Cataracta. Die Nadel wird um 
ihre Axe gedreht, so dass ihre concave Fläche nach vorn, die 
convexe nach hinten liegt. Die concave umfasst also den hin- 
tern Theil des Staars, Die eine Fläche des lanzettförmigen 
Theils sieht nach oben, die andere nach unten. Nachdem die 
Nadel so gedreht ist, wird sie bogenförmig-oberhalb der Ca- 
taracta so bewegt, dass sie nach vollendeter Bewegung im 
mittlern und vordern Theile des Staars, neben Iris, oder in 
der hintern Kammer liegt. Dabei hat man darauf zu sehen, 
dass die hohle Fläche des Janzettförmigen Theils bis in den 
Staar reiche. Im Anfange dieser Bewegung ist die concave 
Fläche daher nach aussen, in der Mitte jener nach unten und 
am Ende derselben nach innen gekehrt. Zuweilen kommt es 
vor, dass, während man die Nadel oberhalb des Staars be- 
wegt, dieser selbst gegen die Iris gedrängt wird, was dadurch 
geschieht, dass man die Nadel in die Höhe hebt und zu sehr 
nach aussen drängt. Sieht man dies, so führe man die Nadel 
etwas zurück, hebe sie dann aber in etwas gerader Richtung 
in die Höhe. Auch glänzt wohl die oberhalb des Staars in die 
vordere Kammer geführte Nadel an dieser Stelle nicht genug, son- 
dern scheint gleichsam mit Reif bedeckt, was sehr oft vorkommt, 
wenn die oberhalb des Staars fortgehende Nadel zwischen Linse 
und Kapsel abgeirrt ist. Um diesen Fehler wieder zu verbes- 
sern, muss man die nach dem hintern Theile gekehrte Spitze 
nach dem vordern wenden, wodurch die vordere Kapselwand 
zerrissen wird und die Nadel in der vordern Kammer .sehr 
glänzend erscheint. Wurde aber die Nade) durch die zerris- 
sene Kapsel der Morgagui’schen Cataracte glauzlosy 80 er-
	        
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