Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

170 II. Chirurgie und Ophthalmologie, 
schienen aber hier mehr Convulsionen, als freithätige Bewegun- 
gen im Spiele gewesen zu seyn, Um 12 Uhr verschied der 
Verwundete plötzlich : alle Belebungsversuche waren vergeblich, 
Die gerichtliche Section ergab, dass beide Kranzarterien durch- 
stochen waren und innere Blutung statt gefunden hatte. — V, 
Wg. bekam 1820 im Duell einen Stich mit einem Pariser in 
die rechte Brust, gerade unter dem Haarwuchs der Achselhöhle, 
Die Klinge mochte 4-6 Zoll eingedrungen seyn und die Wunde 
communicirte mit Bronchienästen, so dass ein vor selhige gehal- 
tenes Licht durch die ausströmende Luft während der Exspira- 
tion afficirt wurde. Gleich nach dem Stiche liess der Verwun- 
dete keine bemerkenswerthen Symptome wahrnehmen, später 
aber traten die Symptome einer mässigen Pneumonie ein, wenn 
auch gleich zur Ader gelassen worden war. Innere Blutung 
schien nicht erfolgt zu seyn, wenigstens fehlten alle darauf hin- 
weisenden Symptome Der Fall wurde wie gewöhnliche Pneu- 
monie behandelt und der Verwundete in wenigen Tagen geheilt, 
Noch jetzt ist seine Gesundheit die vollkommenste und durch 
diesen Unfall ist er in seinem Wirkungskreise als Physikus 
durchaus nicht gestört. — VI. C. bekam 1826 im Duell einen 
Stich in die linke Brust zwischen .der 3. und 6. Rippe nahe 
am Brustbeine. Der Stoss war von vorn, innen und unten nach 
hinten, aussen und oben gegangen, so dass er gegen das Herz 
gerichtet schien. Er hatte die Art. intercostalis getroffen und 
es stellte sich sofort die entsprechende Blutung ein, da aber 
Ohnmacht eintrat, stand diese von selbst und zeigte, sich auch 
später nicht wieder. Das Duell war eines Sonntags früh in 
einem Gartenhause in der Vorstadt vorgefallen und als E, dazu- 
kam, waren die erwähnten Symptome schon vorüber und der 
Verwundete befand sich ziemlich wohl. Abends wurde er ia 
die Stadt gebracht und da durchaus keine drängenden Symptome 
zugegen waren, wurde bloss Diät und Regim geordnet, übri- 
gens aber die Merhodus expectativa eingehalten, So blieb es 
bis Dienstaz Nacht und es schien jede Gefahr vorüber. Da 
wurde E. Nachts 1 Uhr gerufen und fand den Kranken in 
der traurigsten Lage, Ohne bekannte Ursache war der- 
gelbe plötzlich von solcher Respirationsnoth befallen wor- 
den, dass er nicht mehr im Bette bleiben konnte, sondern 
sich in einen bequemen Lebnsessel setzen musste, doch auch 
hier konnte er nicht zu Athem kommen und nur mit Mühe 
und in Absätzen sprechen. Dabei wurde er vom einer Angst 
gequält, wie sie so oft bei Herzkrankheiten vorkommt und ob- 
gleich er so muthig war, als nur je ein Mensch in solcher 
Lage seyn kann, so hatte er doch alle Lebenshoffnung aufge- 
geben. Der Puls war klein, untegelmässig. Dass ein Herzlei- 
den zugezen war, lag am Tage, aber welcher Art war es? 
Ein mitanwesender Arzt war geneigt, die sämmtlichen Sym- 
N 
6 
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