Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

V. Gynäkologie und Pädiatrik, 
1253 
55. Erfahrungen über das Wechselfieber in 
der letzten Zeit der Schwangerschaft; aus dem Be- 
richte über die geburtshülfliche Klinik zu Berlin vom Oct, 1829 — 
Dec. 1835 von Prof. Dr. Buscn. Wenn zu einer Zeit, wo das Wech- 
selfieber allgemein herrscht, eine Schwangere von demselben be- 
fallen wird, so wird Pat, entweder durch die gewöhnliche Be- 
handlung bald davon befreit, oder die Geburt tritt in einem 
Anfalle des Wechselfiebers ein, wenn indess die Schwanger 
schaft ihr Ende erreicht hatte, und dann können auch noch im 
Wochenbette einige Anfälle eintreten, ehe das Uebel ganz ge- 
hoben wird. Meist bleibt dieser Verlauf ganz ohne üble Fol“ 
gen und höchstens wird die Convalescenz des Wochenbettes 
etwas verlängert. Anders verhält es sich mit einer Form des 
Wechselfiebers, das zuweilen Schwangere im letzten Monate 
befällt , wenn auch ausserdem das Wechsellieber nicht herrscht. 
Hier scheint dieses Fieber im innern Zusammenhange mit der 
Schwangerschaft zu stehen, ist sehr selten durch die gewöhn- 
liche Behandlung zu heben und kehrt sehr häufig wieder, wenn 
man auch durch Mittely besonders grosse Gaben Chininy einen 
Anfall unterdrückte. Die Brüste collabiren dabei und das Kind 
ist in grosser Gefahr, Endlich erfolgt die Geburt, bald zur 
rechten Zeit, bald etwas früher und nun hört das Fieber ohne 
Weiteres von selbst auf. Das zuweilen erfolgende Absterben 
des Kindes und den früheren Kintritt der Geburt ausgenommen, 
hat B. davon für die Mutter keine üblen Folgen wahrgenommen. 
[Neue Zeitschr. f. Geburtsk, Bd. V, Hft. 1.] 
56, Eine Cyanose durch die Natur geheilt; 
von Dr, Pnzıss in Breslau, Eine 40jährige, stark beleibte, 
kräftige, stets gesunde Fleischersirau gebar ohne besondere Be- 
schwerden einen ungewöhnlich starken Knaben, Derselbe wog 
34 Pfund und war unmittelbar nach der Geburt ganz munter, 
als aber der Vater etwa 13 Stunden später ihn aus der Wiege 
nahm, um ihn zu liebkosen, bemerkte er, dass derselbe nach- 
dem er kurze Zeit unruhig gewesen und stark geschrieeny plötz- 
lich in Ohnmacht ähnlichen Zustand verfalle und blau werde, 
Kaum war der Vater im Begriff das Kind der daneben stehen- 
den Amme zu geben, als dasselbe wieder zu sich kam und die 
natürliche Gesichtsfarbe wieder erhielt. Obgleich Tags darauf 
noch einige schnell vorübergehende mit Blauwerden verbundene, 
durch heftiges Schreien und auch durch Säugen veranlasste Er- 
stickungszufällg eintraten, so wurde doch erst am 3, Tage P. 
befragt, Dieser fand die Gesichtsfarhe eigenthümlich blass, die 
Lippen bläulich, eben so, olıne sonstige Abnormität, waren die 
Nägel der Hände gefärht, der Turgor in der Peripherie war be- 
deutend vermindert, die Temperatur der Oberfläche des Kör- 
pers kühl und die schlaife Haut bildete lappenartige Falten. 
Respiration und übrige Functionen waren normal. P. zweifelte
	        
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