Full text: (Neueste Folge, Band 5 = 1837, No 9-No 16)

110 IV. Chirurgie und Ophthalmologie, 
zahlreichen varicösen Venen und lividen Flecken durchzogen; 
der Pylorus war ganz geschlossen, dessen Wände ringsum auf 
mehrere Linien verdickt, auf einen Zoll Länge fest verwach- 
sen und in knorpliges Gewebe umgewandelt, das Duodenum 
war zur Grösse einer Federspule zusammengezogen mit etwas 
verdickten Wänden, das Jejunum überall auf das kleinste Vo- 
lumen gebracht und. an einzelnen Stellen besonders verengert 
und der Dickdarm bis auf das sehr verengte SS. romanıum von 
Luft ausgedehnt und die Schleimhaut überall leicht abzustrei- 
fen. Leber und Milz waren sehr klein, fest, und Pancreas, 
Nieren und Harnblase, bis auf mässige Verdickung der Wände 
der letztern, normal, Das Rückenmark zeigte die Dura mater 
von dunklem, rothem Blute getränkt, die Arachnoidea getrübt 
mit wenig ergossenem Serum, die Marksubstanz sehr erweicht 
und hier und da fehlend und die Nerven des Pferdeschweifes 
in ihrem Volumen sehr vermindert. Die Extremitäten litten 
Mangel an Fett, die Muskelsubstanz war dunkel gefärbt, leicht 
zerreissbar und die Nerven nur mit wenig Mark versehen, 
[ Med, Jahrbb, d. Kr k. Österr, Staates, Bd, 21. St. 4.1 
IV. CmmuUrRGIıE und ÖPrHTHALMOLOGIE. 
44, Ueber die Ursache des Wundstarrkram- 
pfes und die Behandlung desselben; vom Prof, Dr. 
Froxıer in Berlin. Aus sieben von F, mitgetheilten Beobachtun- 
gen von Tetanus ergeben sich nachstehende Resultate: der 
Wüundstarrkrampf trat nach directer Verletzung der Nerven, 
sowohl durch Druck mittelbar. durch die umgebenden V-eich- 
theile. hindurch und unmittelbar auf den Nervenast allein, als 
auch durch Stich, Zermalmung und Zerreissung ein und in al- 
len diesen Fällen boten die gereizten Nerven auf gleiche Weise 
eigenthümliche , entzündliche Veränderung, knotige Anschwel- 
lung und Röthung an einzelnen, durch unveränderte Strecken 
von einander getrennten Stellen dar, die in andern Fällen und 
namentlich wo kein Tetanus zugegen ist, nicht beobachtet wird, 
wonach der Schluss nahe liegt, dass diese locale Entzündung in 
ursächlichem Zusammenhange mit dem Tetanus stehe. — Fri- 
her hat man gewöhnlich die Ursache des in Rede stehenden 
Uebels in einer meistens, doch nicht deutlich nachweisbaren 
Entzündung des Rückenmarks gesucht und deshalb auch bei 
der Behandlung meist nur diese Entzündung beachtet und die 
Mittel längs des Rückgrates angebracht. Von fast gänzlicher 
Erfolglosigkeit einer solchen Behandlung abgesehen, bleibt bei 
dieser Annahme immer noch die Frage übrig: warum Rücken- 
marksentzündung bei so unbedeutenden Wunden entstehe. Diese
	        
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