Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

80 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
Die Atrophie führt eigentümliche Erscheinungen mit sich: An* 
fallsweise eintretende Athniungsbeschwerdeo, wobei die Kran 
ken doch tief ein- und ausathmen können; unbeschreiblich 
grosse Angst, so dass nirgends Ruhe, nirgends Erleichterung 
gefunden wird; Angst, die sich zur Verzweiflung steigern 
kann; leichter, etwas schleimigen Auswurf hervorbringendet 
Husten, Seufzen und beim Athmen mühsames und mit Geräusch 
verbundenes Einziehen der Luit durch die Nase. Unter diesen 
Zufällen hat Pat. Gefühl von beständigem Zittern des Herzens» 
doch fühlt die aufgelegte Hand keinen Herzschlag. A. beob 
achtete £ Stunde, ohne diesen wahrzunehmen. Nur mittelst 
Brustrohres hört man noch unvollkommene Töne und überzeugt 
sich vom Fortbestehen der Herzbewegung. Lässt die Hellig 
keit des Anfalls nach, so wird der Herzschlag allmählig wie 
der deutlich und die Hand nimmt die hastigen, zitternden Be 
wegungen wieder wahr. Der Puls an der Radialseite ist auf 
der Höhe des Uebels nicht mehr wahrzunehmen, nur so wi® 
die zitternde Bewegung des Herzens mehr und mehr hervor 
tritt, im gleiche^ Maasse fühlt man auch den Puls wieder» 
aber er ist so häufig, dass man 120 — 140 Schläge zählt« 
Diese Anfälle erscheinen in 2 — 3 Tagen ungewöhnlich heftig» 
und nehmen dann an Heftigkeit ab, bis auf eine gewisse Be 
klemmung und Schwäche des Herzschlags, die immer fortbe- 
steht. Ein solcher Anfall wiederholt sich alle 2 — 3 Monate. 
Hysterische und hypochondrische Beschwerden fehlen nicht. —' 
Als Ursachen sind wohl Gemüthsbewegungen vorzüglich wirk 
sam, namentlich Kummer, Sorge und Gram, besonders wen® 
sie Jahre andauerten und in sich verschlossen werden. Dies® 
Ursachen waren in allen Beobachtungen des Verf. wirksam« 
Besonders deutlich beobachtete er ihre Wirksamkeit bei einem 
Irren, dessen fixe Idee eingebildeter Kummer war. Hier wo# 
das Herz bei sonst reichlich genährtem Körper 2f Unzen. Di® 
übrigen Ursachen schienen dem Verf, als wirkliche Krankheits 
ursachen hier nur wenig w irksam. — Zur näheren Erläuterung 
des in Rede stehenden Zustandes mögen hier nachfolgende 2 
Krankengeschichten einen Platz finden. 1) Eine 42jährige Fra®» 
von mässiger Grösse und wohlgenährt, hatte bereits 11 Kind®* 
geboren und wurde vor 4 Wochen vom 12. leicht entbunden« 
Seit 17 Jahren führte sie, von den quälenden Launen des Man 
nes gedrückt, ein kummervolles Leben. Seit 12 Jahren hatt® 
sie anfallsweise Migräne, heftige Beklemmung mit Gefühl vo® 
Herzklopfen, ohne dass man Puls - und Herzschlag fühlt®’ 
Letztere Erscheinungen traten unter der grössten Angst un“ 
durchaus nicht heftigem Husten auf ; die Regeln waren normal» 
5 Geburten in dieser Zeit geschahen leicht, und waren je n ® 
Anfälle, die Pat. ans Bett fesselten, nicht zugegen, so könnt® 
sie Treppen und Berge steigen und litt, ausser an hysterischerUebe*'' 
keit, Würgen, Verstopfung und allerlei nicht fixen und v® 1 '
	        
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