Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

2 1. Pathologie, Therapie und medizinische Klinik. 
17. war Pat. sehr unruhig gewesen, hatte den Körper hin- und 
hergeworfen und den Urin unwillkürlich entleert. So oft man 
der Kranken Getränk an den Mund gesetzt, hatte sie begierig 
davon genommen, doch war sie nie zu sich gekommen. Am 
Morgen schien sie eher etwas zu verstehen. Auf Verlangen suchte 
sie die Zunge hervorzustrecken; doch gelang es nur unvollkom 
men und sehr mühsam. Die Zunge war feucht, mit dickem, grauem 
Beleg bedeckt, der Puls war noch eben so schnell, doch schwächer, 
Oefihung war seit 2 Tagen nicht zugegen gewesen. Die Blutegel 
hatten nur wenig gesogen. Die Pot. nitros. wurde fortgesetzt. In 
der Nacht zum 18. fand sich comatöser Schlaf. Urin und Dannaus» 
leerungen erfolgten unwillkürlich. Letztere war breiig und 
schwarz. Am Morgen währte die Bewusstlosigkeit fort, doch 
wurde die Zunge leichter hervorgestreckt. Pat. hustete etwas. 
Der Puls war langsamer, ausgedehnter und die Rothe auf Stirn 
und Kopfschwarte stärker. Die Nacht zum 19. war sehr un 
ruhig und voll Phantasieen. Am Morgen erkannte Pat. eher 
Jemand und gab zuweilen passende Antwort; doch war sie fort 
während iin Taumel. Im Gesichte nahm das Erysipelas ab, da 
gegen schwollen Stirn und Ohren mehr auf und wurden dunk 
ler. Die Blasen auf den Wangen vertrockneten, die Zunge 
war trocken, der Durst stark, der Puls langsam, ausgedehnt, 
Urin und einige schwärzliche Excremente gingen ins Bett. 
Gegend Abend bemerkt» man anhaltende Geschwätzigkeit. In 
der Nacht zum 20. wechselten Delirien mit comatösem Schlafe 
ab. Am Morgen war das Bewusstsein nuy noch leicht getrübt. 
Das Gesicht schuppte sich ab, der Kopf war frei, die Zunge 
feucht und es lösten sich auf derselben grosse, schmutzige La 
mellen. Die Brust war etwas beschwert, Pat. hustete, hatte 
aber weniger Durst und etwas Appetit. Die Haut war feucht, 
der Puls ruhig, natürlich. Pat. fühlte sich matt, übel. Sie 
erhielt ein Dec. Jilth. c. Liiq. Minder. In der Nacht zum 2!. 
schlief Pat. ruhig. Sie hatte natürliche Qeffnung und der Urin 
machte starken Bodensatz. Auch in der nächsten Nacht war 
der Schlaf ziemlich gut. Am Tage klagte Pat. über Trocken 
heit und Schmerz im Halse und die Zunge war aufgeschwollen, 
dick, mit weissem, glattem Belege bedeckt. Z. verordnete ein 
schleimigtes Gurgelw'asser. Am 23. lösten sich im Munde und 
Schlunde häutige, grauliche Massen wie nach den schlimmsten 
Aphthen; die darunter liegende Schleimhaut sah dunkelroth aus. 
Pat. erholte sich dann schnell und nur der wunde Zustand des 
Mundes und Schlundes machte noch mehrere Tage Beschwer 
den 2) eine 37jährige Dienstmagd von starkem Körper und 
meist gesund wurde 4 Tage, ehe sie Z. zuerst sah, von hef 
tigen stechenden Schmerzen in der linken Seite der Brust be 
fallen. Sie konnte kaum athmen. Ins Bett gebracht erlitt sie 
sehr starken, über 1 Stunde wahrenden Frost, dem Hitze und 
Schw’eiss folgte. Tags darauf war der Schmerz aus der Brust 
verschwunden, dagegen hatte er sich im Kopfe festgesetzt. Hals
	        
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