Full text: (Neueste Folge, Band 4 = 1837, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Püdiatrik. 
nämlich nicht aus dem Arais Aortac, sondern vereinigte sich 
durch einen offenen Kanal, der hier vielleicht für den Ductus 
Botalli vicariirte, mit dem linken Aste der Lungenarterie und 
empfing so durch diesen Kanal Blut, das wohl zum Theil ve 
nös, sonst aber eben so beschaffen war, wie das den übrigen 
Theilen des Körpers durch die Aorta zufliessende. Da der 
Kanal indess sehr schmal war, konnte das durch ihn dringende 
Blut unmöglich die um mehrere Male dickere Art. subclavia 
sinistru anfüllen; es scheint vielmehr, dass sie die grosse Blut- 
nieuge von der linken fast eben so grossen Vertebralarterie em 
pfangen habe. Das Blut musste so, um von der Aorta nach 
der linken Art. pulmonalis zu kommen, durch die Carotiden, 
Willis’s arteriellen Girkel beschreiben und durch die linke 
Vertebralarterie gehen, in der der Strom eine der gewöhn 
lichen entgegengesetzte Richtung hatte. Die bei Vereinigung 
der Art. subclavia sin., A. vcrtebralis sin. und des olt erwähn 
ten Kanals sielt vorfindende Erweiterung war höchst wahr- 
sqheinlich dadurch entstanden, dass die Blutwelle dort im 
Laufe aufgehalten wurde, ehe sie ihre beinahe senkrecht herab 
steigende Richtung in eine laterale verändern konnte. Aus der 
Schwierigkeit aber, mit der die Art. brachialis nur ihr Blut 
erhalten konnte, erklärt sich auch zugleich, warum der linke 
Arm während der Anfälle weit geringere Temperatur als der 
rechte hatte und warum die Arterien am linken Arme zu pul- 
siren aufhörten, während man die Pulsation am rechten noch 
ganz deutlich wahrnahm. [HuJelaniPs Journ. d. prahl. Heil 
kunde. 1S37. Jan.] \ 
215. Melaena bei Neugebornen; vom Kreis-Physi- 
kus Dr. Moll in Münstermayfeld. I. Eine 22jährige, kräftige 
Erstgebärende kam itn Sommer leicht und glücklich mit einem 
w ohlgebildeten, gesunden Mädchen nieder. 9 Stunden nach 
der Geburt wurde das Kind plötzlich unruhig und bald darauf 
trat Erbrechen ein von ungefähr einem Esslölfel voll dunkelem, 
flüssigem, mit Schleim vermischtem Blute. Da sich dies nach 
einer halben Stunde wiederholte und schwarzes, dickes Blut 
durch den After in bedeutender Menge abgegangen war, rief 
inan den Verf. Dieser fand das Kind mit aulfallend blasser 
Gesichtsfarbe, bedeutend verminderter Hauttemperatur, etwas 
aufgetriebenem, doch weichem Unterleibe, kaum fühlbarem 
Pulse und beschleunigtem Athem. Das durch den After entleerte 
Blut war zähe, theerartig, schwärzlich und es war ihm keum 
eine Spur von Meconium beigemischt. Dies Blut Hess über 
die Diagnose nicht im Zweifel und die Behandlung des Uebels 
Wurde nach den Regeln der allgemeinen Therapie eingeleitet. 
Bei den so bedeutend erschöpften Kräften verordnte M. Rec. 
Moscht gr. ij Sjr. Mann. 5)' Aqu. ßor. Aurant. 5ij M. D. S. 
Jede halbe Stunde 1 Theeluflel voll. Zugleich liess er die 
Suminariinu d. Mediciu. 1837. I. 32
	        
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